„Lieber tot als Sklave“ – es lebe Pidder Lüng!

„Lieber tot als Sklave“ – es lebe Pidder Lüng! 

Sylt bietet nicht nur tosende Wellen und eine grandiose Natur – auch zahlreiche Legenden ranken sich um die Insel. Die bekannteste von ihnen handelt von dem wilden Freiheitskämpfer Pidder Lüng, der zu Anfang des 16. Jahrhunderts in Hörnum lebte. 

Kampf den Dänen!

Damals saß Pidder Lüng, ein junger Fischer, eines Abends mit seinen Eltern beim Essen, als ein dänischer Steuereintreiber plötzlich das Häuschen betrat und Pidder und seine Familie als faules und gottloses Gesindel beschimpfte. Diese, wie nahezu alle Sylter mit der dänischen Vorherrschaft alles andere als einverstanden, wollte sich das nicht bieten lassen, und so gab ein Wort das andere. Die Situation eskalierte vollends, als der Steuereintreiber wutentbrannt in das auf dem Tisch stehende Essen spuckte. Pidder Lüng sprang auf und schrie: „Wer in den Kohl spuckt, der soll ihn auch fressen!“ Dann packte er den Steuereintreiber im Genick und drückte seinen Kopf so lange in den heißen Kohl, bis dieser sich nicht mehr rührte. Ein dramatischer Vorfall mit Folgen: Ab jetzt war Pidder Lüng ein Gejagter, wurde überall gesucht und musste die Insel ganz schnell verlassen.

Auf dem Meer zuhause

Nunmehr heimatlos, wurde Pidder Lüng Pirat und trieb sich fortan auf dem Meer herum. Nach vielen Jahren in der Fremde kehrte er schließlich auf seine Heimatinsel zurück. Ein hinterhältiger Strandvogt erkannte ihn, machte ihn betrunken und sperrte ihn in einen Kerker. Vor einem Gericht musste Pidder Lüng sich schließlich für seine Taten verantworten, wurde zum Tode verurteilt und mit seinen Piratenkameraden bei Munkmarsch gehängt.

„Levver duad üs Slaav“, „Lieber tot als Sklave“ – so das Leitbild des Hörnumer Fischers, der für die Friesen zum aufrechten Freiheitshelden wurde. Schon immer hatten sich die Sylter gegen die Fremdherrschaft der Dänen aufgelehnt: Pidder Lüng ist ihr Symbol für den Widerstand gegen Obrigkeit und Unterdrückung.