Achtung, Knopfaugenalarm: Süße Hoppler erobern die Insel

Achtung, Knopfaugenalarm: Süße Hoppler erobern die Insel

Sie gehören zu Sylt wie die Dünen und das Watt: Kaninchen prägen das Bild der Insel. Sie tummeln sich auf Wiesen und in den Dünenlandschaften, man trifft sie am frühen Morgen wie in der Abenddämmerung. Mümmelnd, spielend oder einfach irgendwohin hoppelnd. Die kleinen Nager sorgen bei vielen aber auch für Unmut: Die Kaninchen fressen Bäume an, laben sich an Beeten, buddeln unter Gehwegplatten und graben unter Wegen große Tunnelsysteme, die die Stabilität des gesamten umliegenden Erdreichs in Mitleidenschaft ziehen. Jäger sprechen von einer ständigen Vergrößerung der putzigen Felltierbevölkerung – nicht einmal die berüchtigte Kaninchenpest (Myxomatose) kann ihre Ausbreitung eindämmen.

Beim Thema Kaninchen sehen Sylts Greenkeeper rot

Vor allem auf den Golfplätzen der Insel hinterlässt die Anwesenheit der Kaninchen deutliche Spuren. Die Bunker des Golfclubs Morsum etwa sind „durchlöchert wie ein Schweizer Käse“ – so der Greenkeeper der Anlage. Tag für Tag müsse er Stunden damit zubringen, die von den Nagern gebuddelten Höhlen wieder zuzuschütten. Der Greenkeeper des Golf-Clubs Sylt in Wenningstedt weiß Ähnliches zu berichten – dort mussten sogar Verletzte behandelt werden, die während des Spiels in eines der Löcher getreten und umgeknickt waren.

Von Stolperfallen und tierischen Kohldampf-Attacken

Auch verschiedene Appartementvermieter bestätigten, dass Kaninchentunnel für die Sicherheit der Gäste eine Gefahr darstellen können. Durch unterirdische Höhlen gelockerte Gehwegplatten bieten „beste“ Voraussetzungen für Stolpern und Stürze. Die meisten Feriengäste lieben die pelzigen Tierchen dennoch und möchten die Kleinen nicht missen. 

Die Sylter Bauern wiederum sind von der Anwesenheit der Karnickel nicht begeistert: Mühsam kultivierte Kohlpflanzen oder verschiedene junge Triebe gehören zu den Lieblingsspeisen der Tiere. Den Landwirten steht jedoch ein recht gutes Mittel zur Verfügung – mit speziellen Zwischenbepflanzungen lässt sich verhindern, dass die Kaninchen sich den Bauch an den Kohlpflanzen vollschlagen.

Haus- und Gartenbesitzer, die Hunde oder Katzen haben, sind vor der Kanincheninvasion übrigens weitgehend gefeit – von bellenden und fauchenden Haustieren halten sich die Nager lieber fern, sie suchen sich andere Spielplätze.