Ahoi, „Pidder Lüng“ - Sylt hat einen neuen Seenotkreuzer

Auf die „Pidder Lüng“ können die Sylter besonders stolz sein: Der Seenotkreuzer ist nicht nur der modernste seiner Art, er trägt auch den Namen einer Insel-Legende.

Die neue maritime Attraktion hat ihre Heimat in List: Seit einigen Wochen liegt dort der neue Seenotkreuzer „Pidder Lüng“ im Hafen. Der jüngste Zugang in der Flotte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat rund fünf Millionen Euro gekostet, ist 20 Meter lang und steckt voller moderner Technik. 


Reetdach gegen Reeperbahn


Für Schlagzeilen sorgte das Schiff schon lange vor der Taufe Mitte Dezember. Wie alle Schiffe der DGzRS wurde auch die „Pidder Lüng“ durch Spendengelder finanziert. Dazu hatten sich die Seenotretter einen besonderen Wettbewerb ausgedacht. Unter dem Motto „Reetdach gegen Reeperbahn“ hatten Sylter und Hamburger einen monatelangen Contest um die meisten Spenden ausgetragen. Die Liebhaber der Insel siegten dabei knapp gegen die Freunde der Hansestadt. Von den rund 1,4 Millionen Euro Spendengeldern standen 706 921,50 Euro auf Sylter Seite zu Buche, bei den Hamburgern waren es 697 000,48 Euro. Knapper Sieg für Sylt also – dafür erhielt das Schiff nun einen Namen mit Bezug zur Insel. Der Kreuzer trägt den Namen der gleichnamigen Ballade von Detlef von Liliencron über den Sylter Fischer Pidder Lüng. Die Hamburger gehen aber nicht ganz leer aus. Das Beiboot heißt „Michel“ – nach der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis.

Hightech ohne Tiefgang


Die „Pidder Lüng“  löst den fast 30 Jahre alten Kreuzer „Minden“ ab, ist 22 Knoten schnell und hat nur einen Tiefgang von 1,30 Meter. Damit kann der Kreuzer auch in den flachen küstennahen Gewässern operieren. Die drei Besatzungsmitglieder schlafen nicht wie bisher bei Seenotkreuzern üblich an Bord, sondern im nahegelegenen Stationsgebäude im Hafen. Im Notfalleinsatz stehen den Rettern unter anderem eine umfassende Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung, eine leistungsstarke Feuerlöschpumpe und ein Rettungssteg zur Verfügung. Die Bordelektrik ist auf Hightech-Niveau und entspricht dem ähnlicher Systeme in modernen Flugzeugen.