Bier und Wein hier erstellen

Ob es eine Sektlaune war oder kühles Geschäftskalkül, ist nicht überliefert. Aber seit zwei Jahren wagen zwei Winzer ein auf den ersten Blick unmöglich scheinendes Projekt. Christian und Stefan Ress pflanzten im Mai 2009 die ersten Weinreben auf der Insel. Bestockt wurde eine Fläche von einem Hektar, neben 500 Rivaner-Reben gedeihen nun 1100 Solaris-Rebstöcke an einem kleinen Südwesthang in Keitum. 2013 soll es dann soweit sein: Der Insel-Wein kommt unter dem Namen „55 Grad“ in den Handel.

Weinanbaugebiet Sylt

55 Grad – das ist der Breitengrad auf dem Sylt liegt. Und wer sich ein wenig in der Weinwelt auskennt, weiß: mittlerweile wird sogar schon einige Grade weiter nördlich Wein angebaut, etwa in Dänemark, Schweden und sogar in Norwegen. Insofern scheint die Idee gar nicht so verrückt, auf Sylt Weinbau zu betreiben. Zumal die beiden Herren Winzer wissen, was sie tun. Stefan Ress und Sohn Christian leiten nämlich das renommierte VDP-Weingut Balthasar Ress im Rheingau. Und dort produziert die Familie bereits seit 1870 einige hervorragende Tropfen.

Eine außergewöhnliche Genießer-Insel wie Sylt braucht ein außergewöhnliches Bier. Dass man sich in Friesland gut auf das Bierbrauen versteht, ist bekannt, dass auch der Hopfenanbau an der Küste funktioniert, weiß man erst seit ein paar Jahren. Das Bier der Marke „Sylter Hopfen“ wird auf der Insel gebraut und der dazu verwendete Hopfen sogar auf Sylt angebaut. Übrigens ganz in der Nähe des nördlichsten deutschen Weinberges.

Biergenuß “Made in Sylt”

Der Sylter Hopfen wurde speziell für das Vorhaben Insel-Bier aus englischen Hopfensorten gezüchtet, um eine unter den klimatischen Bedingungen der Insel höchstmögliche Qualität zu erzielen. Auch bei der Hefe geht es exklusiv zu: Die erste Gärung erfolgt mit gängiger Bierhefe, eine eigens gezüchtete Sylter Hefe sorgt, ähnlich wie beim Champagner, in einem zweiten Durchgang in Form einer Flaschengärung für den einzigartigen, ausgewogenen Charakter des Bieres.

Auch bei der Verpackung ließen sich die Brauer nicht lumpen: Passend zum sanften „Plopp“, mit dem der Korken aus dem Gebinde entweicht, wird das Sylter Bier in dunklen, nummerierten 0,75 l Flaschen mit Jahrgangsprägung aus Echtgold verkauft. Na dann Prost!

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