Bloß nicht blamieren – Der Inselknigge für Anfänger

Essgewohnheiten, Outfit, Gesprächsthemen – Möglichkeiten, so richtig daneben zu liegen, gibt es mehr als genug! Auf Sylt gelten teilweise andere Regeln als woanders. Was Sie häufig tun oder besser lassen sollten, lesen Sie in diesem nicht ganz ernstgemeinten Ratgeber. 

Regen? Kein Thema.

Es gießt, schüttet, nieselt oder regnet? Egal! Eine goldene Regel heißt: Auf Sylt gibt es kein schlechtes Wetter – also Zähne zusammenbeißen, die Tropfen aus dem Gesicht wischen und lächeln. Stellen Sie niemals, aber auch niemals die verbotene Frage „Wann wird das Wetter wieder besser?“. Es sei denn, Sie möchten einen alteingesessenen Inselbewohner einfach mal bis aufs Blut reizen.

Dresscode Mütze

Ein Strandspaziergang ohne Mütze und das in einer Jahreszeit, die nicht Sommer heißt? Sie Dummerchen vom Festland! Wer bei Temperaturen unter 18 Grad ohne Kopfbedeckung herumläuft, friert nicht nur, sondern outet sich auch als Sylt-Anfänger. Ebenfalls gegen die hiesige Kleiderordnung verstoßen Mäntel. Wer die Schöße eines Trenchcoats im Wind flattern lässt, erntet spöttische Blicke – man trägt Windjacken oder Anoraks und trotzt damit Sturm und Wellenschaum.

Kultur geht auch draußen

Auch auf der Insel wird sie gefeiert – die Kultur wird auf Sylt großgeschrieben! Man trifft sich allerdings nicht in ehrwürdigen Konzerthallen, sondern gibt sich vor Meereskulisse kunstsinnig. Die schönsten Veranstaltungen des Jahres finden in der Musikmuschel auf der Westerländer Strandpromenade in der Nähe des Hotel Miramar statt: Selbst wenn nicht unbedingt Anna Netrebko oder Placido Domingo auftreten – hier werden mit sehr viel Herzblut Arien geschmettert und Shantys zum Besten gegeben, und die Wellen krachen dazu rhythmisch an den Strand.

Regeln bei Tisch

Sylt-Anfänger erkennt man bereits bei der Essensbestellung: Der Insel-Laie isst Scholle! Wer die Insel schon länger kennt und mit der Nordsee vertraut ist, ordert Steinbutt oder Kabeljau, gekocht, gebraten oder aus dem Ofen. Krabben sind so etwas wie das friesische Nationalgericht und dürfen sich auf jedem Teller und jedem Brot tummeln, und das morgens, mittags oder abends. Auch der Pharisäer, eine Kaffee-Spezialität mit Rum birgt Fallstricke: Wer ihn umrührt und ihn nicht, wie eigentlich vorgeschrieben, durch seine Sahnehaube trinkt, wird umgehend dazu verurteilt, eine Lokalrunde auszugeben.