Colgate Windsurf World Cup Sylt 2010

Westwind, Wasser, Wellen, Westerland… Schnell sind sie, die Windsurfer. Mit 49,09 Knoten (90,91 km/h) raste Antoine Albeau aus Frankreich auf einem 25 cm schmalen Surfbrett zum Titel “schnellster Wassersportler der Welt”. Die Surfer des Colgate Windsurf World Cup Sylt 2010 bewegen sich etwas langsamer – so um die 50 Stundenkilometer sind normal. Mit vier Disziplinen, dem Waveriding, Slalom und Freestyle für Herren sowie dem Waveriding für Damen bietet der Windsurf World Cup in Westerland auf Sylt 2010 ein Ereignis, das nicht nur den Aktiven, sondern auch den mehr als 100.000 Zuschauern eine spannende Woche vom 24.09. bis 03.10. verspricht.

Windsurf World Cup seit 27 Jahren

“Surfer Girl” und “Cool Cool Water”… beide Uralt-Titel der Beach Boys (1963 und 1971) stammen zwar aus den USA, passen aber auch für die Nordsee zum diesjährigen Herbstbeginn. Wie auch immer das Wetter wird, in Westerland treffen sich nicht nur boardschwingende Mädel auf kaltem, kaltem Wasser. Angesagt hat sich die ganze Elite des Sports, die sich seit nunmehr 27 Jahren auf Sylt trifft, um die diesjährigen Weltmeister im jährlichen Rennzirkus der PWA (Professional Windsurf Association) zu ermitteln.

Flotte Namen stehen hier zur Debatte. Etwa Antoine Albeau, der mit 100 Kilo Gewicht (Spitzname: ‚Running Elephant’) im letzten Jahr Vierter des Waveriding wurde und jetzt bereits designierter Weltmeister im Slalom ist. Oder Björn Dunkerbeck, der bereits 36 WM-Titel nach Hause brachte. In Sylt triumphierte er bereits zehn Mal.

Der Venezuelaner Jose “Gollito” Estredo wurde in den vergangenen vier Jahren drei Mal Weltmeister beim Freestyle und schaffte ein Mal den zweiten Platz. An das kalte Wasser gewöhnt hat sich Micah Buzianis aus den USA. Er gewann den WM-Titel im Slalom 2005 und in Sylt 2006. Nach einer Verletzungspause will Micah Buzianis seinen damaligen Sieg wiederholen.

Ganz nach oben möchte Kiri Thode aus Bonaire. Er war als Zweiter und Dritter immer dicht am Titel, kam aber an „Gollito“ nicht vorbei. Sein Traum: Weltmeister im Freestyle zu werden. Everon „Tonky“ Frans fährt seit drei Jahren bei der PWA World Tour mit. Er zählt zu den besten fünf Fahrern des Freestyle und will unbedingt Weltmeister werden. Schaffen Kiri Thode und „Tonky“ es, „Gollito“ auf Platz 2 oder 3 zu setzen?

Nicht nur für Männer

Und auch bei den Mädels geht es rund: Im Waveriding heißt es, an den Zwillingsschwestern Daida und Iballa Ruano Moreno vorbei zu ziehen. Die beiden Spanierinnen belegten den 1. und 2. Waveriding-Platz im vergangenen Jahr und wurden im Freestyle 2. und 6..Den Angriff schaffen könnte Karin Jaggi aus der Schweiz. Sie holte in ihrer mehr als zehnjährigen Karriere insgesamt 27 WM-Titel und hält bei den Damen den Geschwindigkeitsrekord mit 41,25 Knoten (76,39 km/h).

“Tu’ alles, damit Deine Träume wahr werden”, meint Nayra Alonso. Die Spanierin feierte mit einem Sieg in Sylt 2005 ihren größten Erfolg. An ihren Träumen arbeiten auch die deutschen Mitglieder des PWA. Philip Köster etwa, der aussichtsreich im Rennen liegt und eventuell auf der kalten Nordsee zur Hochform aufläuft. Gut im Rennen ist auch Klaas Voget, frisch gebackener Deutscher Meister im Wave-Freestyle. Er hofft auf einen Sieg – seinen ersten bei einer PWA World Tour. Bernd Flessner stand vor 32 Jahren erstmals auf dem Board. Der Mann aus Norderney wurde 15 Mal Deutscher Meister und fuhr bei der PWA immer unter die Top Ten. Und auch dieses Jahr will „Flessi“ es noch Mal wissen…

Steffi Wahl rechnet sich ebenfalls gute Chancen aus. Sie fuhr als Waveriderin in den vergangenen Jahren am Brandenburger Strand in Westerland immer unter die Top Ten. Ebenso Heike Reimann, die ihr PWA-Debüt im letzten Jahr gab und im Freestyle unter den Top Ten war.

Premiere im Internet: Windsurf World Cup

Für alle, die es diesen Monat nicht mehr nach Sylt schaffen, gibt es eine Premiere. Beim Slalom sind alle Sportler mit GPS von MyGeoLive ausgerüstet. Deren Daten werden live in das Internet übertragen – dabei sein auch am heimischen PC ist alles. Für die Daheimgebliebenen liefert der neue Partner SPOX.com brandheiße Infos über alles, was sich beim weltgrößten Windsurf-Event tut. Nebenbei bemerkt: Die Preisgelder für Westerland liegen bei 105.000 Euro.

Bleibt für den Ablauf nur noch das Wetter: Die Auswahl der Aktiven steht und taugt. Täglich und vor allem an den Renntagen, dem 25. September und dem 3.Oktober, entscheidet der Race Director beim Skippersmeeting um 10 Uhr, wann welche Wettbewerbe gestartet werden können. Das Surf Radio Westerland informiert die Besucher vor Ort, wann welche Rennen stattfinden. An Renntagen muss die Windgeschwindigkeit mindestens 10 Knoten (Windstärke 4 / 18,5 km/h) betragen. Erst bei diesen Windgeschwindigkeiten beginnen die Boards, auf dem Wasser zu gleiten.

Für den Wettbewerb, mit dem die PWA-Tour bis auf ein weiteres Waveriding-Rennen in Cabo Verde (November / Kapverdische Inseln) für 2010 endet, wird eine Windstärke 5 erhofft. Erst bei diesen Geschwindigkeiten schaffen die Waverider ihre spektakulären Sprünge und Ablaufbewegungen. Denn dann bilden sich auf dem Meer hohe lange Wellen, die für die sportliche Leistung der Aktiven notwendig sind. Einige Tücken bietet der Brandenburger Strand: Erst, wenn der Wind aus westlicher Richtung bläst, bauen sich die Wellen in ausreichender Höhe auf.

Wichtig ist auch die Wassertemperatur. Sie muss mindestens 8 Grad betragen, damit die Wettkämpfe starten können. Sind die Surfer auf dem Wasser, dürfte es bei den vielen Side-Events, den Nebenveranstaltungen, etwas ruhiger werden. So kommt etwa Robby Naish mit dem brandneuen Equipment für 2011 an den Brandenburger Strand. Sein Clou: Im Testcenter können die Besucher das hochtechnisierte Material vom Wind- über das Kitesurfen bis hin zur neuen Trendsportart SUP (Stand up Paddling) kostenlos ausprobieren.

Selber einmal testen

Sollten Sie noch nie auf einem Board gestanden haben, gibt es auch hier Neues zu entdecken. Beim Surf-Simulator von Panasonic kann getestet werden, wie es sich so anfühlt auf dem Brett, das dann die Welt bedeutet…

Ohne ausreichende Technik ist auch das beste Surfbrett nur ein simples Board. Da hilft auch das frisch gekaufte Colgate Windsurf World Cup Shirt nichts. Was es alles an Neuigkeiten und technischen Innovationen gibt, erfährt der Westerland-Besucher in der Windsurfing Journal Boxengasse. Boards, Masten, Finnen oder Segel können genau unter die Lupe genommen werden.

Und wenn nach diesen Neuigkeiten, einem flotten Autogramm der Aktiven oder den Renn-Vorbereitungen die Lust auf einen Salto über Hand nimmt, wartet das NDR2 Quarter Tramp Bungee Trampolin auf wagemutige Besucher. Bis zu 8 Meter hoch schießen die sicher angegurteten Gäste. Und landen trotzdem sanft und sicher.

Damit Sylt seinem Ruf als Highlight gerecht wird, öffnet an allen Tagen die NDR Open Hour Nachtbar um 18 Uhr. Auf zwei Tanzflächen wird gefeiert, was das Zeug hält. Ein exzellenter Warm-up für heiße Nächte auf der Nordsee-Insel.

Doch halt: Mit einigem Glück gibt es noch ein besonderes Highlight. Die Panasonic Night Surf Session ist wieder eingeplant. Nach der Premiere 2008 sollen Waverider Sprünge und Manöver auf der nachtschwarzen Nordsee zeigen. Angeleuchtet von 80.000 Watt zeigen die Aktiven, was sie können. Gut gesichert mit parallel fahrenden Jet-Skis und nur 2 Aktiven pro Durchgang. Das verspricht Spannung pur – für die Sportler und die Besucher. Oder, wie es der Herausgeber des Windsurfing Journal, Alexander Lehmann, ausdrückt: „Man springt im Licht hoch und landet hinter der Welle im Dunkeln. Dieses Feeling will ich wieder genießen.”

Foto: Logo Colgate Windsurf World Cup Sylt