Der Ellenbogen – Pure Natur am Haken von Sylt

Für viele ist er der schönste Teil der allerschönsten Insel: Der Ellenbogen ist das nördlichste Landstück Deutschlands. Hier geht Sylt von West nach Ost in eine Nehrung über, die aussieht wie ein angewinkelter Arm. Die Halbinsel hat eine Breite von nur 330 bis 1200 Metern und liegt nördlich von List.

Lieber ohne Auto

Wer motorisiert durch die vor dem Ellenbogen liegende Dünenmondlandschaft anreist und auf die Halbinsel möchte, wird zur Kasse gebeten: Für fünf Euro, die natürlich für den Landschaftsschutz bestimmt sind, kann man die Straße durch eines der wohl faszinierendsten Umgebungen überhaupt passieren. Ein großer Teil des kargen Landstrichs ist Brutgebiet für seltene Vögel und darf nicht betreten werden. Vorbei an Schafsweiden, von denen es munter blökt, fährt man am Königshafen vorbei bis zur Spitze des Ellenbogens. Hier treffen Nordsee und Wattenmeer zusammen und verwirbeln sich zu einer für Menschen lebensgefährlichen Strömung.

Wolken, Sand und Robben

Wer das Auto auf einem der an der Straße gelegenen Parkplätze abgestellt hat, kann zu Fuß am Strand weiter wandern. Hier ist das Meer rauer, die Wolken wilder und der Wind ruppiger als überall sonst auf der Insel – die Natur zeigt sich von ihrer ursprünglichsten Seite. Wer Glück hat, sieht knopfäugige Robben, die sich gemütlich von der Strömung vorbeitreiben lassen, Krebse, die geschäftig durch den Sand staksen, und Seesterne, die es hier besonders häufig gibt. Die Atmosphäre ist magisch – man fühlt sich wie am Ende der Welt. Irgendwann taucht der Leuchtturm List-Ost auf und schon bald danach sein Zwillingsbruder Sylt-West. Die beiden sind die nördlichsten Leuchtfeuer Deutschlands und halten wegen ihrer besonderen Lage immer wieder als Kulisse für Filmaufnahmen her.

 

Fast schon gebirgig

Dünen, soweit das Auge reicht – der Ellenbogen ist alles andere als flach. Die höchste ist der fast 28 Meter hohe Ellenbogenberg, der im Südwesten der Halbinsel liegt. Eine Möglichkeit zur Einkehr sucht man am Ellenbogen vergeblich – es ist die Ruhe, die die Besucher der Halbinsel so schätzen. Sollte nach einem langen Spaziergang der Magen knurren – die raue Nordseeluft macht hier besonders hungrig –, kann der Hunger also nur mit Verpflegung aus dem Rucksack bekämpft werden.