Die Seehundjäger von Sylt

Drei Seehundjäger haben auf Sylt ihr Revier. Aber die Männer gehen keineswegs auf die Jagd nach den Meeressäugern. Nein, die Seehundjäger stehen im Dienste des Naturschutzes.

Die Zeiten, in denen an Deutschlands Küsten blutige Jagd auf Seehunde und Kegelrobben gemacht wurde, sind lange vorbei. Die Tiere werden geschont – und so leben wieder gut 38.000 Seehunde im Wattenmeer. Kegelrobben sind aber nach wie vor vergleichsweise seltene Gäste an der deutschen Nordseeküste.

Seehunde und Robben vor Sylt

Viele der Seehunde tummeln sich vor allem im Sommer auf einer Sandbank zwischen Sylt und Amrum. Vor Hörnum, an der Südspitze der Insel, leben sogar die größten Seehundrudel der Nordseeküste mit bis zu 1.000 Tieren. Südlich von Sylt befindet sich zudem eine Kegelrobbenkolonie – eine von derzeit nur drei in Deutschland. Aufgabe der Seehundjäger ist es, diesen Bestand zu schützen. Die drei Jäger von Sylt arbeiten als Jagdaufseher im Nationalpark Wattenmeer. Sie kümmern sich um den Naturschutz und damit auch um die Tiere in ihrem Revier. Ist eine Robbe oder ein Seehund in Not, werden sie gerufen. Sie sammeln die verletzten, kranken oder alleingelassenen Tiere ein und bringen sie zur Seehundstation Friedrichskoog aufs Festland, wo die Meeressäuger versorgt werden.

Mit dem Kutter auf Safari

Seehunde und Kegelrobben sind sensibel – und mit ihren Zähnen durchaus auch für Menschen gefährlich. Nähern sollte man sich den Tieren keinesfalls. Bestaunen kann man sie aber doch. Sylt-Urlauber können den Anblick der Tiere aus der Ferne genießen. Von einem Ausflugsschiff etwa aus lassen sich die Wildtiere besonders gut beobachten: Fahrten mit den Adler-Schiffen zu den Seehundbänken sind zwischen April und Oktober möglich – und absolut empfehlenswert. Ab List geht es mehrmals täglich mit dem Segelkutter „Gret Palucca“ oder dem kleinen Krabbenkutter „Rosa Paluka“ zu den Ruheplätzen der Seehunde und Kegelrobben. Ab Hörnum wiederum fährt die „MS Adler VI“ zu den Seehundsbänken im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer.

Foto: photoarts100