Die Sylter Salzwiesen: Ein ganz besonderes Stück Natur

Der Ostteil von Sylt ist grün – hier liegen die Sylter Salzwiesen. Sie bilden den Übergang zwischen dem Boden des Wattenmeeres und nutzbarem Land – auf Sylt findet man sie in List, Kampen, Braderup, Munkmarsch, Keitum, Morsum, Rantum und Hörnum. Von Menschen werden sie in der Regel nicht genutzt, für den Naturschutz spielen sie jedoch eine wichtige Rolle.  

Raum für unzählige Pflanzenarten

Salzwiesen entstehen am Rande des Meeres. Flächen, die durch den Wechsel von Ebbe und Flut immer wieder mit kleinsten Teilen aus dem Meerwasser versorgt werden, wachsen nach oben: Innerhalb eines Jahres gewinnen sie so einen bis zwei Zentimeter an Höhe. Finden nicht zu viele Sturmfluten statt, können sich Pflanzen entwickeln – besonders häufig wachsen Queller und Schlickgras. Je mehr Pflanzen sich ansiedeln und je weiter die Oberfläche nach oben wandert, desto seltener wird die Fläche überflutet und desto mehr weitere Pflanzenarten können sich ansiedeln. Früher wurde dieser Prozess auf Sylt zur Landgewinnung genutzt. Damit das „frische Land“ schneller trocknete und besser entwässern konnte, wurden Gräben gezogen. Die dabei ausgehobene Erde wird auf beiden Seiten zu Wällen aufgeschüttet. Heute dienen solche Wälle nur noch dem Schutz des Hindenburgdammes: Sie sollen die Wellen brechen und so die Wucht des Meeres mindern. 

Lila Pracht im Sommer

Im Sommer werden viele Sylter Salzwiesen zum Blütenmeer. Hier wachsen Strandflieder, Strandaster, Strandgrasnelke und Keilmelde – der Halligflieder färbt die Wiesen violett. Die Salzwiesen sind ein geschützter Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere: Auf unbeweideten oder nur zeitweise beweideten Flächen entwickeln sich Flora und Fauna in besonderer Pracht. Etwa 50 Vogelarten nutzen die Salzwiesen als Rast-, Nahrungs- und Brutgebiet, nahezu 2.000 Insektenarten sind hier heimisch. Durch besondere Anpassungsstrategien an dort wachsende Pflanzen und regelmäßige Überflutungen konnten sie ihr Überleben sichern. 

Die Sylter Salzwiesen sind ein unverzichtbarer Lebensraum im Wattenmeer – der Übergang zwischen Land und Meer ist ein sich ständig veränderndes und faszinierendes Stück Natur.