Dramatisches Kliff am Ostzipfel – Morsum

Es ist imposant und zeigt Erdgeschichte der letzten zehn Millionen Jahre: Das Morsumer Kliff beeindruckt in jeder Hinsicht. Entstanden ist die mehr als 20 Meter hohe Formation durch Verschiebungen der Eiszeit. Hier treten auch Erdschichten zutage, die sonst im Dunklen der Erde verborgen bleiben – und das in verschiedensten Farben von hell bis dunkel. Wer das Kliff entlangwandert – besonders schön ist ein Spaziergang im Abendlicht der untergehenden Sonne – darf sich immer wieder über traumhafte Blicke über das Watt und die heimeligen Friesenhäuser des idyllischen Dorfs freuen. 

Dorf mit Geschichte

Morsum war im 9. Jahrhundert eines der ersten Siedlungsgebiete der Friesen auf Sylt – urkundlich erwähnt wurde der Ort zum ersten Mal 1462. Die dortige Kirche St. Martin wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert gebaut; zusammen mit der Keitumer Kirche ist sie sogar die älteste der Insel. Die friesische Sprache wird in Morsum – mehr als in den anderen Inselorten – besonders gepflegt: Friesisch wird hier sogar in der Schule unterrichtet. Fast alle Straßen in Morsum tragen einen original friesischen Namen, so etwa der Dikwai (Deichweg), Gurtmuasem (Großmorsum) oder Däälgung (Talacker). Auch Brauchtümer wie Heimatabende der Morsumer Kulturfreunde oder sommerliche Ringreiterturniere gehören zum Dorfleben einfach dazu. 

Leben in ursprünglicher Idylle

Man lebt ländlich, am östlichen Ende von Sylt: Hier gibt es noch echte Landwirte, eine hofeigene Meierei, Eier von glücklichen Hühnern, vor Ort angebaute Kartoffeln und Brötchen, die direkt aus der Backstube verkauft werden. Von Tourismus im großen Stil ist nicht viel zu spüren: Anders als in Westerland oder Wenningstedt findet man im Ort nur wenige Restaurants und Hotels. Wer Abgeschiedenheit und Ruhe sucht, ist in Morsum genau richtig – Wattenmeer und endlose Wiesenlandschaften bieten jede Menge Raum für Einkehr und unverfälschte Naturerlebnisse.