Endlosstrand und Hafenklang – Hörnum

Die Südspitze Sylts – hier prallen zwei Meere aufeinander, die einen Strand umspülen, der so breit ist wie wohl nirgendwo sonst auf der Insel. Hier weht ein Wind, der besonders wild und unberechenbar ist, und hier liegt Hörnum, der Ort, der für seinen Leuchtturm und seinen Hafen bekannt ist und dessen maritimes Panorama man auch von See aus betrachten kann, während man auf einem der hier startenden Ausflugsschiffe auf eine Tour zu den Nachbarinseln aufbricht.

Wo einst Piraten ihr Unwesen trieben

Der südlichste Zipfel der Insel – bis ins Mittelalter war er nur ein Schlupfwinkel für Strand- und Seeräuber. Erst im 15. Jahrhundert wurde die Gegend zum Ausgangspunkt für den Heringsfang, in der sich noch später die ersten Fischer ansiedelten und bescheidene Hütten bauten, deren Dächer mit Dünengras und Treibholz gedeckt wurden. So richtig in Erscheinung trat Hörnum erst Anfang des 20. Jahrhunderts als Anlegestelle für die Bäderschiffe, die aus Hamburg einliefen. Bis in die Neunzigerjahre gab es hier einen wichtigen Militärstandort – danach verwandelte sich der Ort mehr und mehr in eine freundliche Tourismusdestination.

Naturerlebnis der besonderen Art

Landschaftlich hat Hörnum ganz besonders viel zu bieten: Die Hörnumer Odde mit ihren Dünentälern und seltenen Sand-Salzwiesen ist ein Refugium für Flora und Fauna. Das hiesige Wattenmeer bietet Lebensraum für 10.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten – auch die Zug- und Brutvögel des Wattenmeers nehmen an der Sandnehrung des Hörnumer Oststrands gern Quartier. Vor allem hier hat Sylt mit Landverlusten zu kämpfen: Jedes Jahr wieder nagen Sturmfluten am Südzipfel und entreißen der Insel immer mehr Land.

Highlight mit Aussicht: Der Hörnumer Leuchtturm

Er ist rot-weiß geringelt und der einzige Sylter Leuchtturm, der auch besichtigt werden kann: Seit 1907 weist der schlanke Hörnumer Leuchtturm Schiffen den rechten Weg. Mehr als 40 Kilometer strahlt er aufs Meer hinaus – zwischen 1914 und 1933 befand sich in einem seiner Turmzimmer die Hörnumer Schule. Wer Sinn für wilde Romantik hat, darf hier auch heiraten: Von April bis Oktober können potenzielle Ja-Sager hier in luftiger Höhe den Bund fürs Leben eingehen.