Entdeckungen im Sylter Osten

Strandkorb und Schampus-Bar sind ja schön und gut, aber wer nur an der Sylter Westküste abhängt, verpasst den spannenden Osten der Insel.

Dünen, 40 Kilometer Sandstrand und Nordseebrandung – das ist die Sylter Westküste. An dieser Küste liegen auch die beliebten Badeorte Kampen, Wenningstedt, Westerland und Rantum. Wer hier Urlaub macht, braucht nur ein paar Schritte vom Hotel oder Apartment zum Strandkorb – und von dort zur nächsten Bar. Keine Frage, das Image der Insel prägt vor allem die Westküste mit ihrer Mischung aus herber Natur und perfekter touristischer Infrastruktur.

Ländliche Idylle

Der östliche Zipfel Sylts dagegen, das Marschland am Wattenmeer, punktet mit dörflicher Idylle und gediegener Ländlichkeit. Zwischen Morsum und Keitum ticken die Uhren noch etwas anders – auf einer Ausflugstour durch den Sylter Osten gibt es nicht nur schmucke Kapitänshäuschen wie in Keitum und Naturwunder wie das bis zu 20 Meter hohe Morsumkliff zu entdecken. Zwischen Salzwiesen, Heidelandschaft und Heckenrosen locken auch kulinarische Versuchungen.

Kulinarische Entdeckungen

Die Morsumerin Sabine Clahsen kocht Gelees und Marmeladen aus dem, was die wilde Natur im Sylter Osten im Angebot hat. Von Mai bis Oktober sammelt sie Blüten und pflückt Beeren – Holunder, Heidelbeeren, Hagebutten und Sanddorn. In ihrer Marmeladenküche kreiert sie Dutzende Sorten, etwa Sylter Rote Grütze mit Himbeere und Rosenblüte. Der Verkauf läuft per Selbstbedienung – Sabine Clahsen stellt ihre Produkte in ein Schränkchen an der Straße Litjmuasem 22, der Kunde nimmt sich ein Glas und wirft das Geld in die Box.

In Hansens Hofladen, nur ein paar Schritte weiter, gibt’s alles, was das Land von Bauer Hansen und seiner Familie hergibt: Marmelade, Likör, Mettwurst, Schinken und Eier. Die Eier vom Hansen-Hof nutzt Nachbarin Christel Peters in ihrer Nudelmanufaktur zur Herstellung von Teigwaren. Ihre Radiatori und Reginette kommen ohne Farb- oder Aromastoffe aus, dafür sind sie aber schon mal mit Curry oder Chili veredelt.

Kurz vor Keitum grasen zottelige Galloway-Rinder auf den Salzwiesen. Das tun die genügsamen Tiere das ganze Jahr über, daher ist ihr Fleisch so begehrt. Bauer Andersen verarbeitet das Fleisch seiner Rinder in seinem Keitumer Restaurant „Kleine Küchenkate“, beliefert zahlreiche Gastronomen auf der Insel und verkauft in seiner Sylter Landschlachterei auch an jedermann.