Feiern im Mondschein – Es lebe die Bambus-Bar!

Es gibt sie seit 1985 – am 24. Juli feierte die legendäre Bambus-Bar, ein einstiges Bushaltestellenhäuschen in den Lister Dünen, ihren 30. Geburtstag. Bambus-Klaus, der Mann, der diesen skurrilen Ort zu dem machte, was er ist, konnte nicht dabei sein – er verstarb bereits 2012. Wie lange es die Kultkneipe noch geben wird, ist ungewiss: Die Gemeinde List will das umliegende Gelände mittelfristig überplanen und das Bushaltestellenhäuschen in diesem Rahmen abreißen. Betreiberin Elli Vogel-Gdanietz machte allerdings klar, dass es die Bambus-Bar auch im Jahr 2016 noch geben wird.
 

Neues Leben auf der Insel

Er war Barbetreiber, Paradiesvogel und ein echtes Sylter Original: Auf unvergleichlichen Vollmondpartys stand Bambus-Klaus um Mitternacht auf dem Dach der kleinen Bar mitten in den Lister Dünen und schmetterte selbstgeschriebene Lieder ins Mikrofon, die Namen trugen wie „Ich bin so gerne auf Sylt“. Eigentlich kam er aus Essen und war Zahntechniker – merkte aber schnell, dass das nichts für ihn war. So folgte er 1978 einem guten Freund nach Sylt, um dort zunächst als Kellner zu arbeiten. Mitte der Achtzigerjahre übernahm er gemeinsam mit einer Freundin einen alten Kiosk, der bis dato nicht so richtig laufen wollte – was möglicherweise auch an seiner Lage mitten im Nichts zwischen freilaufenden Schafen lag. Gegen den tristen Look half ein Umstyling: Der Laden präsentierte sich künftig in fröhlichem Gelb.
 

Mondscheinpartys, die man nie vergisst

Tagsüber war die Bambus-Bar ein Kiosk und abends Anlaufpunkt für mondsüchtige Nachteulen – mit der Erfindung der Vollmondpartys avancierte das Bambus zur Kult-Bar. Die Idee dazu brachte Klaus aus Ibiza mit, wo er und seine Freunde immer ihre Urlaube verbrachten. Zu den Vollmondpartys kamen fast immer mehr als tausend Besucher; später, als die Polizeistunde in Westerland fiel und sich auch dort ein Nachtleben entwickelte, waren es nicht mehr ganz so viele. Vor drei Jahren verstarb Klaus an Lungenkrebs – sein älterer Bruder Wolfgang übernahm das Bambus. Lange hat er Klaus jedoch nicht überlebt: Auch er wurde vom Lungenkrebs heimgesucht und starb im Oktober vergangenen Jahres. Seine Witwe will im Sinne von Wolfgang und Klaus vorerst weitermachen. Es lebe die Bambus-Bar!