Freie Fahrt voraus – wer Sylt liebt, liebt das Fahrrad

Auch wenn oft ein kräftiger Westwind über die Insel braust – ein echter Syltfreund ist vom Radeln einfach nicht abzuhalten. Während Autofahrern vor dem Rantum-Becken oder am Ellenbogen mit Sperrschildern die Durchfahrt verwehrt wird, dürfen Radler ungehemmt weiter in die Pedale treten – und das sogar, ohne das Tempo zu drosseln.
 

Vorfahrt fürs Rad

Die Sylter sind auf den Inselverkehr nicht wirklich gut zu sprechen – überrollen doch täglich ganze Blechlawinen von den Autozügen die Insel. Für ein wenig Entspannung soll künftig ein neues Verkehrskonzept sorgen: Ein komplette Radlerinsel wird dabei Utopie bleiben, aber für die Zukunft setzt man mehr auf öffentliche Verkehrsmittel und den guten alten Drahtesel. Geplant sind weitere Tempo-30-Zonen in Ortschaften und die Verdichtung des Busverkehrs auf einen Zehn-Minuten-Takt. Der Radverkehr soll von 19 Prozent auf 26 Prozent ausgebaut werden, was mehr Abstellmöglichkeiten und neue Rad-Verleihsysteme bedeuten könnte. Dabei wird auch an die Insulaner appelliert, Sylt zur radlerfreundlichsten Region Deutschlands werden zu lassen.
 

Touren ohne Ende

200 Kilometer Radwege und eine atemberaubend schöne Strecke von Nord nach Süd und zurück. Wer zwischendurch aus der Puste gerät, der findet in allen Inselbussen die Möglichkeit, sein Fahrrad mitzunehmen. Auch gibt es in jedem Dorf Verleiher, die bestens gewartete Zweiräder in allen Ausführungen und Größen bereithalten. Kindersitze und Kinderanhänger sind ebenfalls verfügbar – Tandems und E-Bikes sorgen für Fahrspaß der etwas unkonventionelleren Art. Die schönsten Zeiten für ausgedehnte Radtouren sind der Frühling und der Herbst. Wer die ganze Insel umradeln möchte, muss dafür 100 Kilometer hinter sich lassen. Man fährt auf Sand oder Asphalt – große Steigungen gibt es hier nicht. Radfahren auf Sylt macht einfach Spaß: Hier geht es weniger um Kondition als vielmehr um Natur und Erholung. Und sollte man doch mal müde werden, legt man an einem der unzähligen schönen Inselplätze eine Pause ein oder springt – zumindest an wärmeren Tagen – zwischendurch einfach kurz in die Wellen.