Geboren auf Sylt: Freiheitskämpfer Uwe Jens Lornsen

Er war ein Vorkämpfer eines unabhängigen und vereinten Schleswig-Holsteins: Uwe Jens Lornsen gehört zu den großen Persönlichkeiten, die Sylt hervorgebracht hat. Geboren wurde Lornsen am 18. November 1793 in Keitum, als Sohn des Kapitäns und Sylter Ratmanns Jürgen Jens Lornsen. Auch Sohn Uwe Jens wollte eigentlich zur See fahren – der Seekrieg zwischen Dänemark und dem Vereinigten Königreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen studierte Lornsen in Kiel und Jena Recht und arbeitete danach als Beamter in Kopenhagen in der Kanzlei für Schleswig, Holstein und Lauenburg.

Wirken im Sinne der Einheit

1830 wurde er zum Landvogt auf Sylt ernannt. Noch bevor er sein Amt antrat, veröffentlichte er in Kiel die Schrift „Ueber das Verfassungswerk in Schleswigholstein“, mit der er eine Veränderung der politischen Struktur und mehr Unabhängigkeit von Dänemark erreichen wollte. Der Verzicht auf den gebräuchlichen Bindestrich war bewusst – Lornsens Ziel war die Einheit des Landes und die Unabhängigkeit von Dänemark. Politische Veränderungen blieben jedoch aus. Wenige Tage nach seiner Amtsübernahme wurde Uwe Jens Lornsen auf Befehl des dänischen Königs Frederik VI. auf Sylt verhaftet. Da er dem Amtmann in Tondern erklärte, er werde keine Ruhe geben und seine Landsleute auch weiterhin aufklären, musste er eine Haftstrafe antreten.

Flucht in die Fremde

Nach seiner Entlassung reiste Lornsen 1833 nach Rio, wo er sich von einer Krankheit heilen lassen wollte – deren Existenz allerdings nie bestätigt werden konnte. Hier arbeitete er auch an der „Unions-Verfassung Dänemarks und Schleswig-Holsteins“, seinem historischen Vermächtnis. 1837 kehrte er nach Europa zurück und erschoss sich kurz darauf am Genfersee, manisch-depressiv und hypochondrisch. Seine verschiedenen Schriften, sein Exil in Brasilien und sein tragischer Tod machten Jens Uwe Lornsen zur Symbolfigur des schleswig-holsteinischen Freiheitskampfes. Das Sylter Heimatmuseum in Keitum widmete ihm eine eigene Abteilung und auch der höchste Punkt der Insel, die Uwe-Düne in Kampen, ist nach ihm benannt.