Inselkirche mit Weitblick – St. Severin in Keitum

Sie ist von weither sichtbar und für die Bewohner und Besucher von Sylt nicht nur zu Weihnachten ein Anziehungspunkt: die Kirche St. Severin in Keitum. Vor mehr als 800 Jahren wurde sie auf einem heiligen Hügel errichtet – ihren Namen hat sie von Severin von Köln, einem Bischof, der im 4. Jahrhundert gelebt hat. Seitdem hat das Gotteshaus so manche Katastrophe überstanden: die Pest von 1350, die großen Fluten von 1354 und 1362, den Zweiten Weltkrieg.

Besonders sehenswert ist der um 1250 gefertigte Taufstein der Kirche und der große „Müllerstuhl“, der neben dem Altar aus dem 15. Jahrhundert steht: Auf ihm saß im Mittelalter bei den Gottesdiensten der wohlhabendste Bürger der Umgebung, der Munkmarscher Müller. Der spätgotische Turm der Kirche wurde erst um 1450 gebaut. Über viele Jahrhunderte diente er als Orientierungspunkt für Seefahrer und zeitweilig auch als Gefängnis. Vor dem Gebäude liegt ein wunderschöner alter Friedhof – hier finden sich die Gräber und monumentalen Grabsteine vieler alter Sylter Kapitänsfamilien.

Immer wieder mittwochs
Die Mittwochskonzerte in St. Severin sind legendär! Ob der hauseigene Organist ein Solokonzert gibt oder namhafte Kammermusiker auftreten, ob Shantys gesungen oder das Weihnachtsoratorium aufgeführt wird – die Kirche ist immer voll und wird wegen ihrer so besonderen Atmosphäre geschätzt. Viele prominente und ganz normale Paare wählen St. Severin als Schauplatz für ihren ganz besonderen Tag, den Tag der Eheschließung – wer die Insel liebt, heiratet in Keitum. Um die 70 Hochzeiten feiert man hier im Jahr. 95 Prozent der Paare kommen nicht von der Insel, sondern reisen aus der ganzen Welt an.

Auch der Advent hat in St. Severin einen ganz besonderen Zauber. Bei Keksen und Tee wird gemeinsam mit anderen gebastelt und geklönt, festliche Musik gehört und im Kerzenschein Weihnachtliches gelesen. Nicht nur zu dieser Jahreszeit ist St. Severin in Keitum einen Besuch wert.