Keitum auf Sylt

Natürlich wird Ihnen jeder Kampener etwas anderes sagen… aber für viele Besucher Sylts ist das kleine Friesendorf Keitum der schönste Ort der Insel. Aber das ist nicht alles: Dank seiner vielen Alleen und des üppigen alten Baumbestandes wird Keitum auch das „grüne Herz“ von Sylt genannt.

Damaliger Dreh- und Angelpunkt

Urkundlich wurde Keitum zum ersten mal 1216 erwähnt. Und lange, bis Mitte des 19. Jahrhunderts, war Keitum so etwas wie die „Hauptstadt“ der Insel. Schließlich lebte hier der einzige Arzt von ganz Sylt. Auch die einzige Apotheke und der Verwaltungssitz für die nicht zur dänischen Krone zählenden Ländereien der Insel waren in Keitum angesiedelt, damals, als von Westerland oder Kampen noch niemand sprach.

Mehr als ein Jahrhundert war das Dorf im Grunde der einzige Ort weit und breit, der einen gewissen Wohlstand aufweisen konnte. Im 17. und 18. Jahrhundert waren zahlreiche Sylter Seeleute auf holländischen Walfangschiffen zu Wohlstand gelangt. Und ein Großteil dieser Kapitäne ließ sich in Keitum nieder, baute hier imposante Häuser, die noch heute den besonderen Reiz von Keitum ausmachen.

Bis in die späten 1960’er blieb man dennoch unter sich. Der Tourismus entdeckte Keitum erst spät… was allein schon dadurch deutlich wird, dass erst in den 70’er Jahren das erste Hotel der Gemeinde entstand.

Es folgten hübsche Boutiquen, Geschäfte und Teestuben, für die Keitum inzwischen berühmt ist. Nehmen Sie sich die Zeit, aus dem schier unerschöpflichen Angebot von verschiedenen Sorten ihren Lieblingstee auszusuchen und zu genießen.

Wunderschöne Reetdachhäuser

Mehr als 700 (feste) Einwohner hat Keitum nicht. Natürlich kommen in der Saison viele Touristen dazu, die den Ort für seine malerischen, verwinkelten Gassen, seine prachtvollen Reetdachhäuser und imposanten Güter oder die idyllische, malerische Atmosphäre schätzen.

Wenn Sie mehr über die Geschichte des Ortes und der Insel erfahren möchte, werden Sie ebenfalls in Keitum fündig. Hier gibt es gleich zwei Museen, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen: Das „Sylter Heimatmuseum“, welches in einem alten Kapitänshaus untergebracht ist, und das „Altfriesische Haus“, in dem Sie erleben können ,wie ein Wahlfänger des 18. Jahrhunderts gelebt hat. Beide Museen sind ganzjärhig geöffnet.

Aus Keitum stammt übrigens der Autor Boy Lornsen, bekannt als Verfasser des Kinderbuches „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“. Auf dem örtlichen Friedhof liegen unter anderen auch der Verleger des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Rudolf Augstein und der berühmte Verleger Peter Suhrkamp begraben.

Entdeckungstour in Keitum

Neben den perfekten Möglichkeiten, Keitum zu Fuß auf einem romantischen Spaziergang zu erkunden (unsere Empfehlung!), befindet sich eine der Attraktionen des Ortes etwas außerhalb: Die im 12. Jahrhundert erbaute Seefahrerkirche St. Severin, deren Turm Sie bereits auf der Überfahrt mit dem Sylt-Shuttle in der Ferne erkennen können. St. Severin ist das älteste, mittelalterliche Gebäude der Insel und gehört zum absoluten Pflichtprogramm.

An der Wattseite finden sich sogar zwei noch deutlich ältere „Gebäude“… die Hünengräber Harhoog und Tipenhoog, die etwa 4000 vor Christus hier errichtet wurden. Während das eine nur noch teilweise erhalten ist, blieb das zweite über nun etwa sechs Jahrtausende unbeschadet.

Keitum sollte zum Programm eines jeden Sylturlaubs gehören. Wohl an kaum einem anderen Ort der Insel lässt sich so entspannt und romantisch entspannen wie hier, im „grünen Herzen“ der Insel.