Keitum-Therme: Wie geht es weiter?

Es hatte alles so verheißungsvoll angefangen: 2007 wurde mit dem Bau der Keitum-Therme begonnen. 15,5 Millionen Euro sollten verbaut werden, um in bester Lage ein weiteres hochwertiges Freizeitangebot für die Sylter und natürlich auch ihre Gäste zu schaffen.

Rechtsstreit und Ruine

Doch seit Juni 2008 wird nicht mehr an dem Projekt weitergearbeitet. Seither verunziert eine Betonruine die Keitumer Landschaft. Vorausgegangen war ein Konflikt zwischen der Gemeinde und den Betreibern der Therme. Es ging, natürlich, um viel Geld. Statt noch mehr davon in den Sand zu setzen, zogen die Keitumer die Notbremse und stiegen aus dem Vorhaben aus. Was folgte, war ein jahrelanger Rechtsstreit, die Pleite der Baugesellschaft und eine Ruine, die nun niemand mehr haben will. Denn Wind und Wetter setzten dem halbfertigen Rohbau so zu, dass eine weitere Verwendung der Bausubstanz unwirtschaftlich sein dürfte.

Seit 2010 gehören Grundstück und Ruine zwar wieder der Gemeinde, und die würde den Koloss lieber heute als morgen wieder abreißen lassen. Doch davor steht der Insolvenzverwalter, der erst weitere Ansprüche prüfen muss, bevor die Keitumer wieder die das alleinige Sagen auf der ewigen Baustelle haben. Im September 2012, so heißt es, könnte endlich der ersehnte Vergleich geschlossen werden.

Museum oder Freibad?

Die Lage am Wattenmeer ist begehrt. So mangelte es nicht an Vorschlägen für die Zeit nach der Ruine. Sie reichen von Wohnungsbau, über die Anklage eines Parks bis zur Errichtung eines Kunstmuseums. Die Keitumer hat bislang noch keine der Ideen so richtig überzeugt. Viele Inselbewohner wünschen sich ein Freibad dort, wo jetzt der Beton in den Himmel ragt. Denn das stand dort schon einmal, bevor die Bauarbeiter anrückten, um die Therme hochzuziehen.