Liebesschlösser: Ein stabiler Brauch

Liebesschlösser – das sind keine pompösen Burgen, auf denen verliebte Paare nächtigen. Hinter dem Begriff steckt etwas weniger Spektakuläres, nämlich ein Vorhängeschloss. Doch ein Liebesschloss ist mit einer gewissen Prozedur verbunden: Verliebte Paare kaufen sich ein Schloss, lassen ihre Initialen oder Namen eingravieren und bringen es gemeinsam als Symbol ihrer Liebe an einem öffentlichen Ort an. Auch auf Sylt gibt es mehrere solcher Stellen, an denen Paare ihrer Liebe ein kleines Denkmal setzen können. 

Besonders oft fällt dabei die Wahl auf Brückengeländer. Das liegt daran, dass ein wichtiger letzter Schritt den Brauch erst vervollständigt: Das Paar wirft den Schlüssel zusammen ins Wasser. 

Auf Sylt steht neben dem Lister Hafenamt ein Liebesherz, an das Liebespaar ihre Schlösser anbringen können. Am beliebtesten ist der Steg am Wenningstedter Dorfteich. Im Süden der Insel können Verliebte am Oststrand ihre Liebesschlösser an einer alten Buhne befestigen.

Von Italien in die Welt

Der Hype um die Liebesschlösser begann in Italien. Ursprünglich waren es hier Absolventen einer Universität in Florenz, die den Brauch ins Leben riefen: Als Symbol ihres erfolgreichen Abschlusses brachten sie die Vorhängeschlösser ihrer Spinde an der Brücke Ponte Vecchio an. 

In den Zweitausendern schwappte der Trend nach Deutschland. 2008 erkoren Liebespärchen die Kölner Hohenzollernbrücke als geeigneten Punkt. Mittlerweile finden sich die Schlösser in Städten in ganz Deutschland. An manchen Geländern hängen mittlerweile so viele, dass die Stabilität der Brücken leidet. So ließ die Stadt Heidelberg im Jahr 2013 einen Liebesstein mit Ösen für Schlösser aufstellen, um die denkmalgeschützte Alte Brücke zu entlasten.