Nach Sylter Art: Lebensmittel von der Insel?

Ob Dressing, Bonbons oder Grütze: Viele Lebensmittelfirmen bewerben ihre Produkte mit dem Zusatz „Sylter Art“. Stecken hinter den Artikeln wirklich Inseloriginale? Hier erfahren Sie’s. 

Wer mit seinem Produkt auch Sylt-Feeling verkauft, setzt auf die damit verbundenen Emotionen: Sylt ist schick, friesisch, frisch, norddeutsch. Diese Eigenschaften lassen sich in der Werbung natürlich bestens einsetzen.

So findet sich in den Kühlregalen der Supermärkte gratiniertes Fischfilet Sylter Art. Und Rezeptportale im Internet liefern Anleitungen für Fisch-Panaden, vermeintlich nach Sylter Originalrezept. Doch die Zutaten schwanken je nach Anleitung, das macht zu Recht hellhörig: Es gibt schlichtweg kein traditionelles Rezept für Sylter Fisch-Panade. 

Dressing und Grütze: Kommen sie wirklich von der Insel?

Auch das Dressing Sylter Art dürfte eigentlich nicht so heißen. Wie die leichte Salatsoße zu ihrem Namen kam, ist rätselhaft. Der Fall rief übrigens schon Verbraucherschützer auf den Plan: So klagten die Betreiber des Portals lebensmittelklarheit.de wegen Verbrauchertäuschung, doch das blieb ohne Folgen für den Hersteller. Das Dressing darf weiter so heißen, da der Ortsbezug im Produktnamen nur „Sylter Art“ lautet. Die Behauptung, dass ein Produkt aus Sylt stammt, obwohl das gar nicht stimmt, ist dagegen verboten. 

Auch die nordische Grütze gibt es in der Variante „Sylter Art“. Tatsächlich hat ein Traditionsrezept für die fruchtige Süßspeise seinen Ursprung auf der Insel. Das besagte Produkt jedoch enthält weder Sylter Zutaten noch wird es auf der Insel hergestellt – wie übrigens auch nicht das Fischfilet oder das Dressing.