Rantumer Dünen wechseln den Besitzer

Ganz Sylt gehört den Syltern – oder nicht? Das dürften weder alle Eingeborenen noch die wenigsten Zugereisten gewusst haben: Eine kleine Enklave der Insel bei Rantum gehört verwaltungsmäßig gar nicht zu Sylt. Ein Skandal? Nein, ein Stück aus dem ganz normalen deutschen Behördenwahnsinn.

600 Meter zwischen Watt und Brandung

Die Enklave in Festlandshand liegt ausgerechnet an einer der schmalsten Stellen der Insel. Nur 600 Meter trennen Wattenmeer und offene Nordsee an dem Fleckchen, an dem das Dorf Rantum steht. Bekannt ist das Dorf nun weniger für seine Reetdachkaten, sondern viel mehr für das Mineralwasser, das hier aus dem Sylter Boden gefördert wird. Und für die fantastische Dünenlandschaft etwas weiter südlich.

Ein sandiges Geschenk

Seit Jahrzehnten befand sich das rund 397 Hektar große Dünen-Naturschutzgebiet zwischen Rantum und Hörnum im Besitz des Bundes. Jetzt soll das Stück Land im Rahmen des Projekts „Nationales Naturerbe in Deutschland“ in den Besitz des Sylter Landschaftszweckverbandes übergehen. Der Schenkungsvertrag soll am 10. Oktober in Westerland offiziell übergeben werden. Damit gehört dann wieder ganz Sylt den Syltern. Oder besser: Die Rantumer, in der Vergangenheit schon oft von Sturm und Sand gebeutelt, haben “ihre” Dünen endlich wieder. Das wird nun nichts an der beschaulichen Lage des Dorfes ändern. Traumhafte Natur und ruhiger Dorfalltag werden auch weiterhin vor allem naturverbundene Gäste in die kleine Gemeinde locken.

Die Sylter sind nicht die einzigen, die sich über Landschenkungen von höchster Stelle freuen können. Bundesweit sollen demnächst bis zu 125 000 Hektar „gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzflächen“ an Länder, Stiftungen oder sonstige Träger des Naturschutzes übergeben werden.