Rotes Kliff: Plattform statt Trampelpfad

Sylter Strandwanderer müssen ab sofort andere Wege gehen: Sie können nun nicht mehr direkt über das gefährdete Rote Kliff spazieren, sondern müssen mit Aussichtsplattformen vorlieb nehmen.

 

Sturmfluten und Erosion

Das Rote Kliff ist die markanteste Sylter Landmarke. Jahrhundertelang diente die Steilküste zwischen Wenningstedt und Kampen Seefahrern als Erkennungszeichen der Insel. Heute ist die rostrote Abbruchkante beliebtes Ziel für Strandwanderungen und Fotografen. Aber die Sylter Attraktion ist seit Jahrzehnten akut durch Sturmfluten und Erosion gefährdet. Jedes Jahr wird das Kliff kleiner und verliert Meter um Meter. Besonders bröckelig ist das Kliff an seiner prominentesten Stelle nahe dem Restaurant Sturmhaube in Kampen. Bislang konnten Spaziergänger das Strand- und Meerpanorama direkt von der Kliffkante erleben, denn dort führt ein Trampelpfad entlang. Der wird nun dichtgemacht – um das Kliff zu schützen und Unfälle zu vermeiden.

Drei Holzpodeste für die Aussicht

Auf den Kliff-Genuss müssen Sylt-Fans deswegen allerdings nicht ganz verzichten. Die Gemeinde Kampen und der Landschaftszweckverband Sylt (LZV) sperren zwar den Weg, lassen dafür aber drei Aussichtsplattformen an der Steilküste errichten. Die erste Plattform, ein Holzpodest am Kampener Hauptstrand, steht bereits und ist zugänglich. Die zweite Plattform wird im Herbst direkt an der Sturmhaube gebaut, die dritte etwa hundert Meter weiter südlich. Spaziergänger können die Aussichtspunkte über einen Steg vom Parkplatz und von der Sturmhaube aus erreichen.

Gemeinde und LZV hoffen, dass die Pflanzen auf dem Kliff nun nicht mehr zertrampelt werden und so der schönen, aber porösen Steilküste mehr Halt geben. Bleiben die Pflanzen, bleibt auch der Sand. Der wiederum kann das Regenwasser aufnehmen, das bisher über die Kliffkante strömte und dem Naturwunder auch ohne Sturmflut arg zusetzte.