Sansibar – die berühmteste Strandhütte der Welt

Dies soll also der Ort sein, an dem sich selbst Prominente anstellen müssen, um einen Tisch zu kriegen? Der Ort, den der Playboy Gunther Sachs einst zu seinem Wohnzimmer erklärte und an dem Dieter Bohlen während seiner Sylt-Aufenthalte eigentlich jeden Mittag und Abend verbringt?

Ausflug in die Sansibar

Diese oder ähnliche Gedanken mag der eine oder andere durchaus haben, wenn er sie zum ersten Mal sieht: Die Sansibar, weltberühmter Schicki-Micki-Treff für Fernsehstars und jene, die es werden wollen, Promis und jene, die von ihnen leben. Und nach dem ersten Blick stellt man plötzlich fest: Die Sansibar ist auch nicht mehr als eine Stranbude. Groß zwar, aber kein Luxus-Marmortempel mit hipper Einrichtung und Pianospieler neben dem künstlichen Wasserfall.

Vom Kiosk zum Strandrestaurant

Die Sansibar liegt mitten in den Dünen zwischen Rantum und Hörnum. Und ist für jeden Besucher der Insel eigentlich ein Pflicht-Ziel für den Urlaub. Nicht unbedingt, weil man hier tatsächlich regelmäßig auf Prominenz trifft, sondern weil es sich einfach lohnt, hier zu essen, zu sitzen, zu trinken. Die Sansibar ist im Grunde nämlich alles andere als ein Treff der Hautevaulee. Der gefällt es hier halt einfach nur genauso gut wie der Familie, die eben noch Volleyball am Strand gespielt hat und dem ganz normalen Urlauber, der halt einfach gut essen möchte. Und dazu kommt: Auch die Sylter sind gerne hier. Während sie die Szene-Treffs der High Society ansonsten durchaus meiden, lassen sie sich „ihre“ Sansibar nicht nehmen. Die geöhrt zu Sylt. Seit mehr als 30 Jahren…

Vom Tellerwäscher zum Millionär

Es war in den späten 70’ern als ein damals noch jugendlicher Schwabe von der Alb nach Sylt kam und hier, mitten im nichts zwischen den Dünen, einen Kiosk kaufte. Wirklich nicht mehr als einen Kiosk, der Badelatschen und Sonnenmilch verkauft. Herbert Säckler heißt der Mann und er wurde belächelt. Seine Konkurrenten glaubten nicht, dass er an dem einsamen Strandabschnitt auf einen grünen Zweig kommen würde.

Herbert Säckler begann zu kochen. Erbsensuppe. Und die kam bei den Strandbesuchern gut an. Ein paar Jahre später war aus dem Kiosk ein kleines Strandrestaurant geworden. Doch just als der Durchbruch nahe war die Katastrophe: Säckläers Strandbude brannte ab, wurde völlig zerstört.

Der Schwabe fing noch einmal ganz von vorne an. 30 Jahre später ist er selbst ein Star geworden. Einer, dem Berühmtheiten auf die Schulterklopfen und die ihn bitten, doch irgendwo noch einen Extratisch hinzustellen, weil sie vergessen haben zu reservieren.

Von der Currywurst bis zum Kaviar

Und Säckler selbst? Der wirkt so bodenständig, normal und nett wie eh und je. Bis zu 400 Gäste gleichzeitig kann er in und vor der Sansibar bewirten. Nicht nur mit ausgezeichnetem Essen (los geht’s mit der empfehlenswerten Currywurst der Sansibar, aber auch Austern stehen auf der reichhaltigen Karte), sondern auch mit tollen Weinen.

Unter der Düne, auf der Strandkörbe und Tische schön beleuchtet zum Stranddinner einladen, befindet sich ein riesiger Weinkeller. Mehr als 30.000 Flaschen Wein lagern hier. Für 30 Euro, aber auch für knapp 2000 Euro die Flasche. Die Weinkarte liest sich wie ein Buch und wer auch nur ein bisschen von Wein versteht, wird die Sansibar mit leuchtenden Augen verlassen.

Vom Surfer bis zum Star

Die Atmosphäre der Sansibar ist übrigens alles andere als schicki micki, auch wenn sich zahlreiche Gäste mit hohen Absätzen den zehnminütigen Fußweg vom Dünenparkplatz zum Stranlokal hochgekämpft haben. Die Sansibar wirkt ebenso bodenständig und durchaus rustikal wie ihr Besitzer. Ein grundsolides Strandrestaurant, das ein enormes Flair verströmt. Reservierung ist dringend empfohlen, genauso wie der Besuch. Nicht nur zum Promi-Gucken, sondern weil’s gut ist.