Hier lebt sich’s, wie vor zweihundert Jahren: Keitum, das Friesenjuwel am Watt

Wer in Keitum lebt oder hier wenigstens seine Ferien verbringt, darf sich glücklich schätzen. Nicht von ungefähr zählt die idyllische Gemeinde zu einem der schönsten Friesendörfer Nordfrieslands! Direkt ans Watt gekuschelt, bezaubert Keitum mit dem malerischen Charme seiner jahrhundertealten Reetdachkaten, mit romantischen Alleen und kleinen, verwinkelten Sträßchen. 

So fing es an

Die meisten Reetdachhäuser des Ortes stammen aus dem 18. Jahrhundert – einige sind sogar noch älter. Damals lebte man hier noch vom Walfang: für die Insel eine goldene Zeit! Da die Seefahrer und Walfänger von ihren monatelangen Reisen so kostbare und exotische Dinge wie Tee oder Gewürze mit nach Hause brachten, ging es den Keitumern richtig gut. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Keitum der Hauptort der Insel – hier gab es den einzigen Arzt und die einzige Apotheke. Vom Tourismus wurde Keitum erst relativ spät entdeckt: 1970 eröffnete das erste Hotel der Gemeinde, schnell folgten Kunsthandwerker, Designläden, Teestuben und kleine Boutiquen. Auch heute noch gilt Keitum als das Künstlerdorf der Insel – an keinem anderen Ort der Insel gibt es so viele Goldschmiede, Maler und Glasbläser.

 

Grünes Dorf im Osten

Hecken- und Edelrosen, Linden und Buchen, Kastanien und Fliederbüsche – im Frühling und Sommer sprießt, blüht und duftet es überall im Ort. Keitum ist eine grüne Oase, und das, obwohl ein großer Teil des Baumbestands noch gar nicht alt ist, sondern erst 1998 neu angepflanzt wurde. Davor waren ganze 550 Ulmen gefräßigen Ulmensplintkäfern zum Opfer gefallen, die die alten und ehrwürdigen Baumriesen mal eben und innerhalb kürzester Zeit verspeist haben. Die danach ins Leben gerufene Aktion „Schenkt Keitum einen Baum“ ist der Grund dafür, dass man sich inzwischen wieder über üppiges Grün im Dorf freuen kann.

 

Seefahrerkirche mit großer Anziehungskraft: St. Severin

Ein Besuch gehört für jeden Sylt-Besucher zum Pflichtprogramm: Die Keitumer Kirche St. Severin ist das älteste Gebäude der Insel. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und seitdem ständig erweitert. Der heutige Turm wurde um 1450 errichtet und diente bis 1603 als Seezeichen. Zeitweilig wurde er auch als Gefängnis genutzt. Mittwochabends finden in St. Severin regelmäßig Konzerte statt. Ein echter Geheimtipp!