Sonne satt am Weststrand – endlich wieder Körbchenzeit

Sonne satt am Weststrand – endlich wieder Körbchenzeit 

Sie sind blau-weiß oder rot-weiß gestreift und im Sommer vom Sylter Weststrand nicht wegzudenken: Nach der langen Winterpause stehen sie jetzt wieder im Sand und warten auf Insassen. Aus ihrem behaglichen Inneren kann man wind- und wettergeschützt den Blick aufs Meer aus der ersten Reihe genießen – ganze 8220 Exemplare reihen sich in diesem Jahr zwischen Hörnum und List auf. 

Ausruhen mit Mehrwert

Billig sind sie nicht, die Sylter Originale: Etwa 1000 Euro würde die Gemeinden ein Korb kosten, wenn sie diesen einzeln kaufen müsste. Der Wert aller Strandkörbe an Sylter Stränden beläuft sich also auf mehr als 8 Millionen Euro: Eine Summe, die immerhin fast hundert Porsche Cayenne oder 500.000 Kaiserschmarrn in der Sansibar entspricht. 

Tatsächlich sind die geflochtenen Sylter Wahrzeichen auch sehr hochwertig verarbeitet. Das muss jedoch auch so sein, damit sie der rauen Nordseewitterung standhalten können! Ein Strandkorb, den man für wenige hundert Euro im Baumarkt bekommt, würde am Westrand nicht mal ein Jahr überleben: Die Sylter Strandkörbe sind zehn Jahre lang im Einsatz, werden dann verkauft und halten dann mindestens nochmal zehn Jahre.  

Ruhekorb mit langer Geschichte

Die Herstellung geflochtener Weidesessel mit einem hohen Rückenteil und nach vorn gebogenen Seiten ist schon seit dem Ende des 16. Jahrhunderts überliefert. Die Möbel sollten in den großen und kalten Wohnräumen der damaligen Zeit und Fluren vor allem vor Zugluft schützen: Man fand sie in Deutschland und in den Niederlanden, im 18. Jahrhundert auch in Schlössern in England, Irland und Schottland. Vor dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden die überdachten Stühle eher nicht im Freien genutzt – von da an sah man sie immer häufiger an den Stränden deutscher und holländischer Seebäder. Heute sind sie das Symbol für Urlaub und Entspannung schlechthin: Auf Sylt jedenfalls gehören sie zum typischen Strandbild einfach dazu.