Starker Sommer, mieses Frühjahr – Sylter Saisonbilanz 2013

Sylt zählt zwar 2013 genauso viele Urlaubsgäste wie im Vorjahr. Aber die Besucher werden wählerischer.

Lange Zeit sah es nach einem eher schlechten Jahr aus für den Sylter Tourismusbetrieb. Der Winter war lang und hart, das Frühjahr kühl und verregnet. Der Super-Sommer im Juli und August sowie der goldene Herbst haben aber offensichtlich die diesjährige Gästebilanz so gerade noch gerettet. Trotz der schwierigen ersten Jahreshälfte rechnet der Insel Sylt Tourismus Service (ISTS) mit etwa genauso vielen Gästen für 2013 wie im vergangenen Jahr. Das wären gut 840 000 Gäste, die ihren Urlaub auf Sylt verbrachten.

Mehr Kurzurlauber

Hinter dieser Zahl verbergen sich aber einige Überraschungen – positive und negative. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt mittlerweile nur noch bei vier bis fünf Tagen pro Gast. Der Trend geht, wie in vielen anderen Tourismusregionen, also auch auf Sylt, in Richtung Kurzurlaub. Damit verbunden ist das geänderte Buchungsverhalten. Immer mehr Gäste entscheiden sich kurzfristig für einem Sylt-Urlaub. Nach Angaben des Sylt Marketing erlebte Sylt in diesem Jahr einen regelrechten Ansturm von Gästen, die ohne Buchung auf die Insel kamen und sich erst vor Ort nach Hotels oder Ferienwohnungen umsahen.

Gewinner und Verlierer

Insgesamt gab es bis jetzt weniger Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum, dafür verzeichneten die Buchungen von bis zu vier Nächten ein Plus von sechs Prozent. Am Ende wird’s wohl reichen, um das Vorjahresergebnis zu packen. Über einen Zuwachs konnten sich die Strandkorbvermieter freuen: Noch nie wurden so viele Körbe wie in diesem Jahr vermietet. Der Campingplatz in Rantum steigerte den Umsatz um 5 Prozent, das Erlebnisbad Sylter Welle musste Einbußen in derelben Höhe hinnehmen. Fürs kommende Jahr steht nur fest: Es wird spannend.