Sylt im Winter

Düne mit Schnee, zwiebelmäßig eingemummelte Menschen, Wind und Wellen satt, dazu Weihnachtsmärkte und Reetdachhäuser: Der Winter macht Sylt nicht langweiliger, sondern birgt ausgesprochen interessante Erfahrungen. Rund 15 Prozent der Urlauber kommen in dieser Zeit auf die Insel und genießen Sylt einmal ganz anders.

Endlos, so zeigt sich Sylt im Winter. Einsame Strände, ein endloser Himmel, endloses Meer und, falls Frau Holle es schneien lässt, auch endlose ländliche Weite in weißem Gewand, dazwischen in den einzelnen Orten liebevoll aufgemachte Weihnachtsmärkte. Das Archsumer Weihnachtsstübchen steht als erster Markt auf dem Programm. Allerdings heißt es hier, schnell zu sein, denn der Markt öffnet nur am 21. und 22. November. Gefolgt wird dieser Markt von den Märkten in Morsum am 27. November. Er öffnet zum 25. Mal seine Türen. Im Muasem Hüs (Morsum) gibt es vom 27.November bis zum 29. November Punsch, Marmeladen und Gebäck nach friesischen Rezepten. Im Klanxbüller Kulturzentrum „Charlottenhof“ ziehen weihnachtliches Kunsthandwerk und handgemachte Leckereien am 28. und 29. November neugierige Besucher an. Das Sylter Kaamp-Hüs bietet vom 11. bis 13. Dezember auf seinem Weihnachtsmarkt allerhand Originelles für Geschenksucher und Leckermäuler. Auch Keitum, List und Rantum haben schön gestaltete Weihnachtsmärkte in ihrem Programm. Besonders beliebt auf allen Märkten ist der Sylter Weihnachtsbaum, der ‚Jöölboom’ – ein kunstvoll mit Figuren und Trockenobst besteckter Holzbogen. Eines ist allen Märkten gemeinsam: Liebevoll Selbstgemachtes und alt-friesische Leckereien erfreuen die Besucher.

Natur und Sport

Sollte Frau Holle es schneien lassen, können sich die Besucher werktäglich ab 10 Uhr im Erlebniszentrum Naturgewalten im Lister Hafen über das Klima, die Naturgewalten und die Kräfte der Nordsee informieren. Diese Veranstaltung läuft vom 8. November bis zum 31. Dezember.

Ein bißchen Sport kann auch in der kalten Jahreszeit nicht schaden. Da gibt es zum einen die vielen Wanderwege in Sylt – besonders empfohlen werden die Wanderungen am Lister Ellenbogen mit seinen einsamen Stränden und das Seevogelschutzgebiet bei Rantum. Es gilt als artenschutzreichstes Gebiet in Deutschland. Und auch das Morsum Kliff bietet Winterurlaubern Interessantes zum Stöbern und Entdecken. Die Abbruchkante zur Nordsee ist 1.800 Meter lang und 21 Meter hoch.

Watt im Winter

Und auch das Wattenmeer eignet sich – unter sachkundiger Führung – gut für einen Wandertag. Besonders spannend ist es, wenn gerade Schnee gefallen ist, denn er verschwindet beim nächsten Auflaufen des Wassers wieder, bietet aber viele sehr reizvolle Anblicke und Aspekte. Was es Seltsames am Strand gibt, erfahren große und kleine Besucher in der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum. Die Führung, zu der wetterfeste Kleidung und eventuell auch Gummistiefel notwendig sind, läuft am 10. November um 13:30 Uhr. Einen Tag später um 15 Uhr können sich die Besucher bei der Station die Fütterung der Aquarientiere ansehen. Hierzu ist eine Anmeldung erforderlich. Und am 12.11. erfahren Kinder – und Erwachsene – um 10 Uhr, wie man dem Wattwurm auf die Spur kommt. Die Schutzstation bietet täglich interessante Führungen – und hat etwa für Sonnabend, dem 13.11., auch abends ein Programm: Hörnum bei Nacht. Ab 19 Uhr gibt es Meereswellen, Vogelstimmen und Geschichten. In wetterfester Kleidung erleben die Besucher einen stimmungsvollen Abend am Strand…

Nicht vergessen werden sollte eine Besteigung des Hörnumer Leuchtturms. Hier gibt es neben Geschichten um Hörnum und den Leuchtturm einen aufregenden Blick auf die Insel. Eine Reservierung wird von den Veranstaltern dringend empfohlen.

Wintergreenfee und Bouletten

Warm angezogen macht Golfern auch im Winter ihr Sport viel Spaß. Sylt bietet vier Golfclubs, die teils auch Wintergreenfees anbieten. So etwa der Marine-Golf-Club nahe des Flughafengeländes, bei dem 18 Löcher nur 40 Euro kosten. Der Golf-Club Sylt in Wenningstedt offeriert freies Golfen für einen ganzen Tag für 35 Euro auf dem Championship-Kurs und 15 Euro auf dem Kurzplatz.

Hat zwar auch mit kugeligen Sachen zu tun, heißt aber anders: Boule. Die Petanque-Spielergemeinschaft ‚Sylter Bouletten’ lädt jeden Sonntag um 11 Uhr im Avenarius-Park in Kampen zu einem offenen Boule-Treff ein. Für Neueinsteiger und alle, die Lust am Boule haben, findet dieser Treff bis März statt.

Radfreunde, und solche, die es werden wollen, können sich in der Winterzeit mit speziellen Indoor-Cycling-Rädern im Sportcenter vergnügen. Indoor-Cycling wird zu motivierender Musik gefahren. Es beinhaltet Auf- und Abfahrten und auch Sprints. Die Kurse laufen jeweils Montags ab 19 Uhr, Dienstags ab 18 Uhr und Freitags ab 17 Uhr.

Fit durchs Wasser

Wer nicht so gerne strampelt, sollte sich zum Aquafitness in das Sylt-Center begeben. Im Meerwasser-Thermalbad wird dort in der Winterzeit jeweils Montags ab 18 Uhr der gesamte Körper durch Schaumstoffhanteln und Poolnudeln gelenkschonend gestählt.

Nur nach Anmeldung offeriert die Gemeinde Sylt Aquajogging – speziell durch Antriebshilfen wird der Körper mit besonderen Übungen und Lauftechniken durchtrainiert. Die Kurse finden jeweils Montags, Mittwochs und Donnerstags statt.

Gefrorenes Wasser bieten die Sylter in der Zeit vom 19. Dezember bis 31. Januar. ‚Westerland on Ice’ offeriert eine rund 600 Quadratmeter große Fläche zum vorweihnachtlich-weihnachtlichen Schlittschuhvergnügen.

Weihnachten wird gebadet

Lieben Sie das Wasser auch ungefroren? Dann sind Sie als Aktiver oder Passiver herzlich zum Westerländer Weihnachtsbaden eingeladen. Jeweils am 2. Weihnachtsfeiertag findet dieser Publikumsmagnet statt. Tausende schauen zu, wie sich rund 200 Mutige in die nur 5 Grad kaltwarme Nordsee stürzen. Da gehört zumindest bei den Passiven ein ordentlicher Schluck ‚Pharisäer’ ( Kaffee mit Rum oder Körn) oder ‚Tote Tante’ (Kakao mit Rum) dazu. Sollte den Besuchern dann immer noch nicht richtig warm sein, lädt zwischen Ende Dezember und dem 1. Januar die Kliffmeile in Wenningstedt zur großen Dauerparty ein.

Ein flotter Silvesterlauf beendet in Westerland das vergangene Jahr. In Westerland begrüßen Einheimische und Zugereiste dann das Neue Jahr auf einer Open-Air-Silvesterparty. Hier gibt es wegen der vielen Reetdächer zwar kein Feuerwerk (das findet direkt auf der Nordsee statt), dafür aber knallen die Champagnerkorken umso heftiger…