Sylt und sein Ellenbogen

Wer Sylt kennt, der kennt sie natürlich auch. Die Halbinsel der Insel – den Ellenbogen von Sylt. An der schmalsten Stelle ist er nur wenig breiter als 300 Meter. An der breitesten Stelle und misst fast 1000 Meter mehr.

Breiter Sandstrand

Von hier aus ist es quasi nur einen Sprung bis auf die dänische Insel Romö, die von List aus auch mit der Fähre zu erreichen ist. Übrigens ein toller Tipp für einen Ausflug. Denn diese Insel hat einen so breiten Sandstrand, dass man mein Ebbe sehr viele Meter weit mit dem Auto darauf fahren kann. Aber Achtung – der Sandboden wird dann irgendwann weich und die Nordsee erobert sich ihr Gebiet zurück. Das hat so manchem Inselbesucher schon überrascht und zu hektischem Kickstart mit dem PKW geführt.

Wer sich den Ellenbogen einmal selbst anschauen will, der kann per Rad oder zu Fuß kostenlos bis zum Ost-Ellenbogen gelangen. Autofahrer müssen früher anhalten, sie dürfen nur bis zum Parkplatz List Ost fahren und müssen dafür zudem eine Gebühr für die Nutzung einer Privatstraße zahlen. Aber der Blick auf die Ellenbogen-Spitze entschädigt – sie ist südlich und östlich vom Wattenmeer umgeben. Vom Watt aus wird die Halbinsel von den Teilnehmern der geführten Wattwanderungen bewundert, die regelmäßig von List aus zum Marsch durch den einzigartigen Lebensraum vom Wurm und Muschel starten. Die Halbinsel von Sylt ist als Vogelschutzgebiet ausgewiesen und dennoch findet man auch Mensch, die ihren Urlaub hier verbringen. Denn auch auf der nördlichsten aller deutschen Halbinseln kann man Ferienwohnungen finden.

Hohe Wellen, Gischt und starker Wind

Alle Besucher des Ellenbogens sind von seiner Vielfalt begeistert. Zu Zeiten der Sturmfluten wird sein drei Kilometer langer naturbelassener Sandstrand immer wieder auf seine Haltbarkeit hin getestet. Denn hier an dieser Küste toben die Stürme ganz besonders gerne. Hohe Wellen, Gischt und starker Wind machen also gerade diesem Sylt-Teil zu schaffen. Keit- und Windsurfer kennen die Vorzüge dieser Naturgewalten – sie dürfen an einem begrenzten Bereich des Strandes das Spiel mit dem Wind aufnehmen. Dafür jedoch ist nur der Südbereich des Ellenbogens geeignet. Für den Rest gilt – Nordsee anschauen ja, aber nicht darin schwimmen. Das ist wegen Lebensgefahr durch zu starke Strömungen verboten.

Und auf dem Ellenbogen gibt es sogar noch Zeitzeugen des Krieges, der hat nämlich auch vor Sylt nicht halt gemacht. Die Wehrmacht hatte hier Bunker gebaut und eine Betonplattstraße mit Parkplatz gebaut. Reste davon werden heute noch genutzt. Und: Sogar die NATO fand diesen Standort interessant – im Herbst/Winter wurden hier bis vor knapp zehn Jahren am Königshafen Luft-Boden-Schießübungen durchgeführt. Davon zeugen heute noch die Schilder, die vor der alten Munition warnen.

Dieser Ellenbogen hat einiges zu zeigen – ein Besuch lohnt sich also.