Sylter Bräuche und Feiertage

Wenn Sie sich auf unserer Insel etwas genauer umgeschaut haben, werden Sie verstehen, warum wir so stolz auf unsere Heimat sind. Hier leben wir seit vielen Jahrhunderten und haben unzählige Traditionen entwickelt. Traditionen, die es uns ermöglichen, möglichst viel zu feiern. Das tun wir gerne und können wir gut. Und niemand, definitiv niemand, wird an unseren Feiertagen behaupten, wir seien maulfaue und humorbefreite Norddeutsche…Möchten Sie unsere Bräuche kennen lernen?

Biikebrennen

Jedes Jahr, so Mittel Februar, werden Sie die Menschen von Sylt dabei ertappen, wie sie große Mengen von Reisig, alten Weihnachtsbäumen, Heckenschnitt und Holzresten zusammentragen und zu einem langsam wachsenden Berg von Holz auftürmen.

Vielleicht werden Sie erstaunt darüber sein, dass der nun langsam wachsende Stapel in jeder Ortschaft Tag und Nacht bewacht wird. Am 21. Februar dann, versammeln sich die Bewohner der Dörfer, entzünden Fackeln und machen sich gemeinsam auf den Weg… zum „Biike brennen“.

Für einen Außenstehenden mag das ein ganz gewöhnliches Holzfeuer sein. Für uns Sylter ist es weit mehr. Ursprung des Biike brennens ist ein heidnisches Opferritual. So wollte man die Götter milde stimmen und zugleich den eisigen Winter mit den Flammen vertreiben.

Später, ab dem 17. Jahrhunder änderte sich die Bedeutung. Das Holz wurde nun zur Feier der Seeleute entzündet, welche die kommenden Monate auf der Nordsee verbringen mussten, zumeist um Wale zu fangen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts nun wird die Biike grundsätzlich am 21. Februar abgebrannt.

Heute wollen wir mit dem Biike brennen niemanden verabschieden oder besänftigen. Wir halten einfach an einer schönen Tradition fest, die uns mit unserer Insel verbindet.

Bis zum Entzünden bewachen Konfirmanden und Jugendfeuerwehren das Holz schichtweise. Es ist tatsächlich zu keinem Zeitpunkt unbeaufsichtigt, denn… wäre es nicht unendlich peinlich, wenn die Jugend des Nachbardorfes heimlich unbemerkt und vor allem viel zu früh den Holzstapel entzünden würde… undenkbar! Für den Wachdienst werden die Schüler übrigens vom Unterricht freigestellt. Sie merken also: Unsere Biike ist uns wichtig!

Und natürlich gibt es auch einen Wettkampf der Sylter Gemeinden, wer das größte Biikefeuer entzündet…

Ja, so ein Biike-Tag ist meist nicht eben warm. Deshalb gibt’s hinterher auch Grog, Teepunsch und Grünkohl mit Kassler und Kochwurst, um wieder aufzuheizen.

Petritag

Glauben Sie nicht, dass wenn das Biikefeuer erloschen ist, die Party schon vorbei ist. Oh neun, jetzt geht’s erst richtig los. Der 22. Februar ist Petri-Tag. Früher war der 22 Februar der Tag des Ting. Dreimal im Jahr gab es auf Sylt das Ting, vergleichbar mit einem Gerichtstag. Hier wurden Streitereien unter Nachbarn genauso verhandelt, wie komplizierte Rechtstreitigkeiten zwischen Arm und Reich, Herr und Diener, Mann und Frau.

Und wenn das Ting beendet war, wurde eben gefeiert. Sie merken schon: Man muss nur einen richtigen Grund finden, um das Fest nie enden zu lassen. Früher wurde am Petritag gesungen und getanzt. Heute kriegen die Schulkinder einen Tag frei. Sie lieben den Petritag für den Spaß, den sie selbst haben, wenn sie die Nachmittagsveranstaltungen und den Petritanz organisieren.

Der Rest Sylts zieht das Abendprogramm vor… das natürlich beim Wirt stattfindent…