Sylter Leuchttürme

Sie sind Fixpunkte für die Schifffahrt und Wegmarken für Wanderer: Die fünf Sylter Leuchttürme dienen seit vielen Jahrzehnten Kapitänen und Urlaubern als Orientierungspunkte. Die markanten Bauwerke in den Dünen der Insel sind aber nicht nur nützlich, sondern ein Ziel für echte Romantiker.

Zwei Leuchttürme für List

Die beiden ältesten Sylter Leuchttürme stehen ganz im Norden der Insel. Die Leuchttürme Ost- und Westellenbogen bei List wurden 1852 erbaut und sind noch heute in Betrieb – vollautomatisch und ohne Leuchtturmwärter. Die beiden 22 bzw. 19 m hohen Bauwerke sind die ältesten noch betriebenen eisernen Leuchttürme Deutschlands.

Der gemauerte Kollege aus Kampen gilt als schönster Leuchtturm der Insel. Er wartet mit einer imposanten Feuerhöhe von 63 m auf und trägt einen breiten schwarzen Ring auf halber Höhe. Die Kampener können sogar von sich behaupten, den ältesten leuchtenden der Sylter Leuchttürme zu besitzen. Erbaut wurde der Türm zwar erst 1855, die beiden Lister Türme sind also drei Jahre älter. Entzündet wurden sie aber erst 1858. Der Kampener Turm setzte auch international ein Glanzlicht. Seine damals einzigartige Optik und die Befeuerung mit Petroleum waren 1855 auf der Weltausstellung in Paris zu sehen, bevor sie noch im selben Jahr an der Sylter Westküste für Sicherheit sorgten.

Der benachbarte Turm Rotes Kliff hat eine kürzere und weniger spektakuläre Geschichte hinter sich. Das Feuer des 1913 erbauten Backsteinturms wurde bereits 1975 gelöscht. Seither dient er nur noch Strandwanderern und Badegästen als Fixpunkt, für die Schifffahrt spielt er keine Rolle mehr – schön, aber ohne das geheimnisvolle Leuchten.

Heiraten in luftiger Höhe

Ein echter Promi unter den Leuchttürmen von Sylt ist das Seezeichen in Hörnum. Der rote Turm (Feuerhöhe 48 m) mit dem weißen Band wurde 1907 entzündet. Im siebten Geschoss des gusseisernen Bauwerks haben sich seit 2003 über 600 Paare das Ja-Wort gegeben, denn das Hörnumer Standesamt ist dort auf luftiger Höhe untergebracht. Wer im Turm heiraten möchte, muss seine Gästeliste kurz halten. Denn aus statischen Gründen dürfen außer Brautpaar und Standesbeamtin nur neun weitere Personen auf den Turm. Kindern unter acht Jahren ist der Aufenthalt aus Sicherheitsgründen leider nicht erlaubt. Das war nicht immer so: Von 1914 bis 1933 befand sich im Geschoss über dem Eingang Deutschlands kleinste Schule, in der zwei bis maximal fünf Kinder unterrichtet wurden.

Der Leuchtturm in Hörnum ist auch der einzige der Sylter Türme, der besichtigt werden kann. Die Besichtigungen finden jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag jeweils mehrmals täglich statt. Um Voranmeldung wird gebeten – die Kapazität ist begrenzt. Der Turm soll ja noch lange stehenbleiben und mit seinem Leuchtfeuer die Südspitze der Insel sichern.