Sylter Saisonbilanz: Super-Sommer, aber trotzdem nicht ausgebucht

Der Sommer war super – nämlich lang und sonnig, auch auf Sylt. Aber sorgte das gute Wetter auch für eine Super-Saison bei den Sylter Tourismusbetrieben?

Der Trend der letzten Jahre war eindeutig: Laut Statistik gehen die Übernachtungs- und Gästezahlen auf Sylt stetig zurück. 2013 zählte die Insel knapp 860 000 Gäste, die Zahl der Übernachtungen sank im Vergleich zu 2012 um 2,24 Prozent. Die Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor, schließlich ist das Jahr noch nicht zu Ende. Dennoch ist es nach dem Ende der Hauptsaison Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Dass die nicht rundum positiv ausfällt, hat mit Sicherheit nicht am Wetter gelegen. Denn das verwöhnte Sylt bis in den Oktober hinein mit viel blauem Himmel und kräftigem Sonnenschein.  

Mit dem Saisonverlauf zufrieden

Durch den dichten Ferienkalender der Bundesländer und den Sondereffekt der erst Mitte Juli beendeten Fußball-WM verkürzte sich die Zeit der absoluten Hochsaison allerdings um einige Wochen. Im Juni und in der ersten Juli-Hälfte blieben so also manche Hotelbetten und Ferienapartments leer. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Sylt zeigt sich zwar insgesamt zufrieden mit dem Saisonverlauf, schränkt aber ein. Das erste Halbjahr 2014 sei nicht berauschend verlaufen, erst nach dem WM-Finale hätten die Zahlen deutlich zugelegt. Insgesamt aber halte der rückläufige Trend an, für einige Gastronomen und Hoteliers sei der Sommer eher ungünstig verlaufen. Sprich: Es kamen weniger Gäste als erwartet.

Der Trend zum Kurzurlaub

Zumindest ein Teil des Problems „Gästeschwund“ ist wohl nicht hausgemacht: Schon seit Jahren hält der Trend an zu immer kürzer und auch kurzfristig gebuchten Ferien – bundesweit. Wer früher drei Wochen am Stück am Urlaubsort blieb, plant heute vielleicht nur noch mehrere Kurzreisen von wenigen Tagen Dauer. Diese Entwicklung trifft auch Sylt: Statt eines langen Aufenthalts entscheiden sich zahlreiche Gäste eher für drei Kurzurlaube auf der Insel – natürlich zu den attraktiven Saisonzeiten und eventstarken Wochenenden. Wenn die Gästezahlen dabei insgesamt aber stagnieren, bleiben die Betten eben an einigen Tagen leer.