Syltshuttle: Streit um eine lukrative Strecke

Die Autozugverbindung von Niebüll nach Westerland wird neu ausgeschrieben – wer die Strecke demnächst betreibt und wie dann der Fahrplan aussieht, ist unklar. 

Die Zugverbindung über den Hindenburgdamm ist die Lebensader für Sylt. Die meisten Urlaubsgäste nehmen den Zug, um auf die Insel zu kommen: entweder den Autozug, einen der Züge der Nord-Ostsee-Bahn oder die Fernverbindungen der Deutschen Bahn. Auch Pendler, die auf Sylt oder umgekehrt auf dem Festland arbeiten, nehmen einen der Züge. Und nicht zuletzt hängt natürlich auch die Versorgung der Einwohner und ihrer Gäste an der Bahnverbindung über den Damm.  

Eine Strecke, drei Bewerber

Wichtigstes Element dieser Verbindung ist der Autozug, der sogenannte Syltshuttle, der Niebüll mit Westerland verbindet. Er wird bisher von der Deutschen Bahn betrieben. Das könnte sich demnächst ändern, denn die Autozugverbindungen wurden zum Dezember 2015 neu ausgeschrieben. Beworben hatten sich zunächst drei Kandidaten: das Land Schleswig-Holstein, die DB und die RDC Deutschland, Tochterfirma des gleichnamigen US-Eisenbahnunternehmens.

Nachdem Schleswig-Holstein bereits früh aus dem Verfahren ausschied, erteilte die Bundesnetzagentur auch der Deutschen Bahn eine Absage für die lukrative Strecke. Dafür bekam zunächst RDC den Zuschlag – der wenig später wieder kassiert wurde: Das Unternehmen wollte seine Autozüge doppelt so oft rollen lassen wie derzeit die DB. Damit würde die teils eingleisige Strecke aber an ihre Kapazitätsgrenze stoßen. Denn die Trasse wird nicht nur von den Autozügen genutzt, sondern eben auch von Regional-, Fern- und Güterzügen. Mehr Autozüge würden aber bedeuten: weniger IC-Verbindungen, Regionalverbindungen, Güterverkehr.

Mehr Autozüge, weniger IC-Verbindungen?
Das gefiel der Netzagentur denn doch nicht. Pro Stunde soll es nicht mehr als vier Fahrmöglichkeiten je Richtung geben. Zwei davon dürfen laut Bundesnetzagentur an Betreiber mit sogenannten Rahmenverträgen für zehn Jahre vergeben werden, die anderen beiden müssen jährlich neu ausgehandelt werden. Vor diesem Hintergrund ist es möglich, dass sich die Zahl von derzeit vier Intercity-Verbindungen pro Tag nicht halten lässt – weil etwa die RDC der Zuschlag bekommt und mehr Shuttles einsetzt. Nun fürchtet der Insel Sylt Tourismusservice, dass es künftig weniger Fernverbindungen auf die Insel gibt – und damit weniger Gäste.

Sicher ist zurzeit nur eins: Auch künftig werden Züge über den Hindenburgdamm rollen – nur wer sie ab Dezember betreibt und wie dann der Fahrplan aussieht, steht in den Sternen.