Testlauf: Selbstfahrende Busse auf Sylt

Es passiert nicht oft, dass Sylt und Singapur in einem Atemzug genannt werden. Aber jetzt ist es soweit: Sowohl auf der beschaulichen deutschen Nordseeinsel als auch in dem Fünf-Millionen-Stadtstaat in Südostasien rollen in der nahen Zukunft fahrerlose Busse über die Straßen. Auf Sylt sogar früher: Während Singapur den Einsatz der selbstfahrenden Elektrobusse für 2022 anpeilt, gibt Sylt den Startschuss für Spätsommer 2018 an.

Den Bus per Smartphone rufen

NAF-Bus nennt sich das Sylter Pilotprojekt, kurz für „nachfragegesteuerter, autonom fahrender Bus“. Nachfragegesteuert bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Busse ohne feste Fahrpläne und Routen verkehren. Die Nutzer regeln den Verkehr – per Smartphone.Das macht diese Art von Verbindung besonders attraktiv für ländliche Regionen, die nicht oder nur unzureichend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sind.

Erster Route in Keitum?

Das Sylter Modell sieht jedoch zunächst einen Einsatz auf einer festen Strecke vor. Welche das ist, steht noch nicht fest. Sven Paulsen, Chef der Sylter Verkehrsgemeinschaft (SVG), kann sich einen Einsatz in Keitum vorstellen – beispielsweise auf der Strecke vom Parkplatz am Ortsrand zum Heimatmuseum. 

Das NAF-Projekt schlägt mit etwa 4,5 Millionen Euro zu Buche. Knapp 2,4 Millionen Euro steuert das Bundesverkehrsministerium bei, die Restsumme von 2,1 Millionen Euro tragen beteiligte Firmen wie Interlink und EurA. Der Stückpreis für einen NAF-Bus wird mit 200.000 bis 250.000 Euro beziffert, drei Busse sollen angeschafft werden. Das gesamte Projekt ist bis Juli 2020 angelegt. 

Sicherheit wird großgeschrieben

Sensoren, Kameras und Radarsysteme sollen für die Sicherheit von Fahrgästen und Passanten sorgen. Zudem wird im Probebetrieb die Höchstgeschwindigkeit der selbstfahrenden Busse auf 15 km/h begrenzt, so die SVG.