Tipps für Westerland auf Sylt

Manchmal hilft es, sich die Dinge durch den nüchternen Blick der Statistik zu betrachten: Westerland bezeichnen knapp 10000 Menschen als ihren Hauptwohnsitz. Zimmer für Fremde gibt es selbstredend auch und zwar gut 25000, die Eingeborenen könnten also erneut in ihrer Stadt einziehen und hätten noch genügend Platz für Zugereiste. Logisch: Westerland ist das logistische Zentrum der Insel. Hier findet sich ein Großteil der Verwaltung und, interessant für Hochzeitstouristen, ein wunderschönes Rathaus, in dessen Standesamt so manche Insel-Touristen den Bund für’s Leben geschlossen haben.

Sylter Welle

Wer sich für den Urlaub in Westerland niederlässt, braucht theoretisch die Nordsee nicht mehr: In der „Sylter Welle“ kann die Familie ja auch baden gehen – und wie. Drei Riesenrutschen, diverse Außenbecken und eine Wellenmaschine, die deutlich mehr Brandung erzeugt, als die Natur auf der Insel hergibt. Schließlich eine derart große Anzahl an verschiedenen Saunen, dass man auch in kühlen Sommern jegliches Kältezittern vermeiden kann. Auch Fische kann man hier trockenen Fußes betrachten, im „Sylt Aquarium“ schwimmen sie in 25 liebevoll gestalteten Becken herum, über 2000 Meeresbewohner haben hier ein Zuhause gefunden und jawohl, ein Hai ist auch dabei. Und wenn die Kinder nach dem Fische gucken immer noch nicht ausgelastet sind – neben dem Aquarium befindet sich ein schöner – und gar nicht so einfach zu spielender – Minigolf-Platz.

Spaß für Kinder

Überhaupt Kinder: Die dürften sich jedenfalls in den Sommermonaten am Spaßstrand („Funbeach“) pudelwohl fühlen: Die Westerländer Tourismus-Menschen bauen von Anfang Juni bis Ende August jede Menge Volleyballnetze und Fußball-Tore am Brandenburger Strand auf – Mannschaften finden sich normalerweise recht schnell zusammen und ausgeschlossen wird keiner. Wer sich weniger bewegen will, kann sich auch Boccia-Kugeln ausleihen, oder Frisbees.

Etwas besinnlicher geht es in der Musikmuschel zu: Dort können sich gerade Eltern bei feinen musikalisch oft erstaunlich anspruchsvollen Kurkonzerten entspannen, besonders wenn sie zuvor ihre Kinder im „Haus des kleinen Gastes“ abgegeben haben – dort wird der Nachwuchs ausgiebig von professionellem Personal bespaßt. Wer nach so einem Tag noch Geld übrig hat, sollte es flugs in die Spielbank in der Andreas-Nielsen-Strasse tragen. Das Etablissement ist eins der ältesten Casinos in Deutschland. Gegründet wurde die kleinste Spielbank der Bundesrepublik 1949. Das Eröffnungs-Roulettespiel wurde seinerzeit von Rundfunk und Fernsehen übertragen – die erste Zahl, auf die die Kugel fiel, war übrigens die Vier. Und wer sich beruflich verändern will, kann einen der alljährlich abgehaltenen Croupier-Kurse buchen.

Gourmets: Sylt kocht raffiniert

Was immer man auch tut: Es sollte abends jedenfalls genug Geld für einen kulinarischen Bummel übrig sein. Nun gibt es in Westerland Restaurants für jeden Geschmack und in jeder kulinarischen Ausrichtung, aber eines sei doch wärmstens empfohlen: Jörg Müller hat sich in seinem gleichnamigen Restaurant sehr schnell einen Stern erkocht. Er serviert den klassischen französischen Gourmet-Dreiklang „Gänseleber/Hummer/Perigord-Trüffel“, diesen Akkord aber so raffiniert und in überragender Produkt-Qualität, dass der Preis von 150 Euro für das große Menü keineswegs überzogen ist. Außerdem eignet sich das Restaurant perfekt für den ersten Besuch in einem Gourmettempels: Müllers Personal ist von derart unkomplizierter Freundlichkeit, dass jegliches Fremdeln sofort einem angenehmen Gastgefühl weicht.