Vom Winde verweht – schwere Sturmschäden auf Sylt

Die Orkane „Christian“ und „Xaver“ haben Sylt im vergangenen Herbst schwer zugesetzt: Nicht nur Treppen und Wege wurden zerstört, auch die Dünen sind stark beschädigt. 


Die Sylter kennen das: Die Stürme im Herbst und Winter nagen jedes Jahr an der Insel, tragen den Sand fort und hinterlassen Schäden an Dünen, Wegen und Häusern. Was sich im vergangenen Herbst abspielte, war jedoch auch für viele Sylter ungewohnt heftig. Die beiden Orkane „Christian“ und „Xaver“ fegten mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 180 km/h über die Insel. Und Xaver brachte am 5. Dezember auch noch drei schwere Sturmfluten mit, der Seegang an der Sylter Westküste erreichte dabei mit sechs Metern Rekordhöhe.

Dünenabbrüche an der Westküste

Die gute Nachricht: Sylt ist trotz der verheerenden Kraft von Wind und Wellen nicht untergegangen, und die geliebten Strände sind wieder frei zugänglich. Die schlechte Nachricht: Die Sturmschäden sind immens. Nach Angaben des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz haben allein die drei Sturmfluten des 5. Dezember an fast 60 Prozent der Sylter Westküste für Abbrüche an den Vordünen gesorgt. Auf einer Länge von vier Kilometern sind zudem Randdünen abgebrochen, im Bereich der Hörnum-Odde gab es Dünenabbrüche von bis zu 40 Metern Tiefe, auf der Hörnumer Ostseite ist eine kleine Randdüne vollständig verschwunden. Die dabei zerstörten Treppen und Aussichtsplattformen lassen sich wieder reparieren, aber was der Sturm von den Dünen genommen hat, ist unwiederbringlich verloren.

Reparaturarbeiten von Westerland bis Keitum

In der Gemeinde Westerland – wie auch anderswo auf der Insel – wurden sämtliche Strandübergänge von Rantum im Süden bis zur Nordseeklinik im Norden vom Sturm zerstört. Auch Wochen nach Xaver arbeiteten die Handwerker noch fieberhaft an der Wiederherstellung der Wege, bis Jahresbeginn sollte alles wieder gerichtet sein. Kalt erwischt hat es auch die Ostseite der Insel, die Wattenmeerküste. Bei Keitum kam es während des Orkans zu einem Wassereinbruch, der nur mit Sandsäcken gestoppt werden konnte. Der Landschaftszweckverband will nun die Keitumer Wege wieder in Ordnung bringen und das Gelände neu gestalten.

Wer Sylt in diesen Wochen besucht, wird also noch überall die Folgen des Sturms besichtigen können, ausgedehnten Strandspaziergängen steht aber nichts mehr im Wege.