Wale vor Sylt

In der Nordsee tummeln sich nicht nur Schollen, Makrelen, Krebse und Muscheln. So mancher Badegast hat vor Sylt schon mal Bekanntschaft mit einem Wal gemacht. Allerdings nicht im Moby-Dick-Format.

Der Gewöhnliche Schweinswal

Wale sind nicht immer groß und in fernen Gewässern unterwegs. Es gibt sie auch in klein und direkt vor unserer Haustür. Der Gewöhnliche Schweinswal, ein Verwandter von Delfin und Schwertwal, kommt sowohl in der Nord- als auch in der Ostsee vor. Diese Walart hat ein besonderes Verhältnis zu Sylt. Denn vor der Insel, im Schutzgebiet des Nationalparks Wattenmeer, kommen die Schweinswale ganzjährig vor. Die Sylter Schweinswale ziehen nicht wie viele ihrer Artgenossen im Herbst in küstenferne Gewässer, sie bleiben ihrer Insel treu. Oder sie machen mal einen Abstecher die Elbe hinauf, wo sie gelegentlich sogar im Hamburger Hafen auftauchen.

Die Schweinswale halten sich gerne in flachen Küstengewässern auf. Sie sind maximal 1,85 Meter groß und bis zu 60 Kilo schwer. Der runde Kopf und die stumpfe Schnauze lassen den Schweinswal eher gedrungen wirken – möglicherweise haben die Tiere daher ihren Namen. In früheren Zeiten landeten die Meeressäuger auch schon mal auf den Tellern der Küstenbewohner. Heute sind ihre Feinde eher die Schadstoffbelastung des Meerwassers, der Schiffsverkehr und Offshore-Anlagen. In den Walschutzgebieten bei Sylt allerdings können sie sich erholen.

Baden mit Walen

Im Sommer sind die Sylter Schweinswale aus nächster Nähe zu beobachten – sie mischen sich gelegentlich unter die Badegäste. Bei ruhigem Seegang wagen sie sich mit ihren Jungtieren in Strandnähe. Gefahr geht von den Walen nicht aus. Und umgekehrt sollte es genauso sein. Für Schwimmer gilt bei Walsichtung: ruhig verhalten und Abstand halten. Ein Wettschwimmen ist nicht zu empfehlen – die Wale sind ohnehin schneller, sie erreichen nämlich bis zu 20 km/h.