Was spricht der Sylter?

Er spricht Hochdeutsch und natürlich Friesische. Aber nur wenige hundert Einwohner der Nordseeinsel Sylt sprechen zudem noch die Mundart Sölring. Und die hat ganz viel von der dänischen Sprache. Schließlich liegt die dänische Nachbarinsel auch nur “einen Sprung” weit entfernt. Das Friesische an sich hat einige Mundarten zu bieten, auf Sylt wird die übliche Schreibweise nicht verwendet und außerdem werden zahlreiche dänische Lehnwörter verwendet. Laut Sprachwissenschaft ist ein Lehnwort ein Wort, das aus einer fremden Sprache übernommen worden ist.

Die Sylter Mundart

Sölring ist eine Mundart, die auch auf den Inseln Amrum, Föhr und Helgoland gesprochen wird – die Einwohner haben damit geschafft, dass sie sich auch in der eigenen Sprache vom Festland absetzen. Und weil heute eben nicht mehr nur alteingesessene Sylter auf der Nordseeinsel leben wird auch die Mundart und das Friesische im täglichen Leben nicht mehr so oft gesprochen. Heimatvereine und Trachtengruppen – und eben die wenige Familie auf Sylt, die Sölring noch beherrschen, pflegen damit das Brauchtum.

Übrigens sehen sich heute noch etwa 60.000 Menschen von ihrer „Abstammung und dem Selbstverständnis her“ als Nordfriesen an. Und davon sind nur noch 10.000 Personen in der Lage Nordfriesisch zu sprechen, rund doppelt so viele geben laut dem Land Niedersachsen

Die Sprach-Forschung

Das Land Niedersachsen sieht die Pflege, Förderung und Erforschung der friesischen Sprache, Kultur und Geschichte als bedeutend an. Das Land Niedersachsen erkennt besonders das Wirken des “Nordfriisk Instituut” in Bredstedt als zentrale wissenschaftliche Einrichtung in Nordfriesland an. Es sei vor allem auf den Gebieten Sprache, Geschichte und Landeskunde Nordfrieslands wissenschaftlich und publizistisch tätig. Interessierte finden dort neben einem umfassenden Archiv und einer Fachbibliothek Seminare, Kurse, Arbeitsgruppen und Vortragsveranstaltungen.

Das „Friesische Gesetz“

Der Stolz auf die eigene Sprache und auch die Hartnäckigkeit der Menschen im Norden haben dazu geführt, dass heute Schulkinder wieder Friesisch lernen. 2004 haben es Politiker geschafft, dass das sogenannte „Friesische Gesetz“ (Gesetz zur Förderung des Friesischen im öffentlichen Raum) im November des Jahres verabschiedet wurde. Laut Wikipedia war zudem vor allem vom Landtagsabgeordneten Lars Harms treibende Kraft.

Das Ergebnis dieses Gesetzes: Der Kreis Nordfriesland und die Insel Helgoland haben Friesisch als zweite Amtssprache eingeführt, so werden sogar die Sprachkenntnisse bei der Einstellung im öffentlichen Dienst berücksichtigt. Und nicht für Touristen schön: Die Beschriftungen an offiziellen Gebäuden und auch auf Ortstafel darf zweisprachig sein. Außerdem können die Nordfriesen neben ihrem Landeswappen auch die Farben ihres Friesen-Wappens nutzen – Gold-Rot-Blau.

Auf den Dorffesten, den Heimatfesten und sicher auch auf Ihrer Tour über die Insel werden sie das Friesische hören. Ein Stück Urlaub für die Ohren – und wenn Sie dann auch noch Nachhilfe bei einem Insulaner nehmen, könnten Sie sogar Sölring sprechen und sich so ganz sicher neue Freunde fürs Leben gewinnen.

Als Sylt-Urlauber wird Ihnen das Friesische immer begegnen – wenn Sie nach dem Weg fragen, beim Bauern, im Bus oder auch ganz einfach beim Besuch in einem Restaurant. Denn die Sylter lieben diese Sprache. Dieser Mundart wird heute übrigens auch noch oft für Veranstaltungsnamen auf der beliebten Nordseeinsel verwendet. Diese hier werden Sie ja ganz sicher schon kennen, oder?