Wintersport auf Sylt

Die Sylter sind sportlich, sicherlich. Sie kennen sich mit Wind und Wellen aus, verstehen sich bestens aufs Segeln und Surfen. Aber können die auch Wintersport? Sie können. Sofern das Wetter mitspielt.Eine Wintersportdestination wird Sylt wohl nie werden. Ein Abfahrtsrennen von der Düne? Eine Langlauf-Loipe an der Westerländer Promenade? Daraus wird nix – schon deswegen nicht, weil das Sylter Wetter im Winter einfach unberechenbar ist.

Schnee auf Sylt

Es kann sein, dass es im Winter wochenlang regnet und der graue Himmel jede Lust auf sportliche Aktivitäten hemmt. Genauso gut kann es herrlichen Sonnenschein geben und dazu eine frische Brise – bestes Spaziergangwetter. Und es kann schneien auf Sylt, manchmal so stark, dass Dünen und Dächer unter einer weißen Decke verschwinden und die Straßen dicht sind. Spätestens dann wird Wintersport auf der Insel getrieben. Das Keitumer Kliff verwandelt sich dann in einen Rodelhügel. Mit umgebauten Skateboards, mit Mulltüten unterm Hinterm oder tatsächlich mit dem Schlitten stürzen sich vor allem kleine Insulaner den „Berg“ hinunter.

Snowboarder und Skifahrer

Dauert der Frost länger an, werden die zugefrorenen Teiche in den Wiesen von Tinnum, Keitum oder Archsum zu Eishockeyfeldern. Die beste Schlittschuhbahn der Insel ist ein Teich in der Nähe des Rantumbeckens. Besonders Wagemutige stellen sich auf ihr Kiteboard oder Snowboard und lassen sich von einem Auto über die verschneiten Straßen ziehen. Diese Form des Sylter Wintersports ist ebenso wenig nachahmenswert wie das Snowboarden auf der unter Schutz stehenden Wanderdüne bei List. Obwohl verboten, sollen einige Eingeborene diese Abfahrt bereits bei Nacht und Nebel gewagt haben. Und was machen nun die Skifahrer auf Sylt? Die haben schon vor Jahrzehnten einen Verein gegründet, den Skiclub Kampen. Eher eine Spaßgesellschaft mit Partys im Sommer und einem Geschäft am Wattweg, der launige Winterartikel wie wärmenden Gin und warme Hausschuhe verkauft. Aber einige Kampener können tatsächlich Skifahren, was sie gelegentlich bei Rennen in Kampens österreichischem Partnerort Lech am Arlberg beweisen.

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