Sylt mit dem Fahrrad
18. April 2010
Auf dem gut ausgebauten, fast 200 km langen Radwegenetz lässt sich die nördlichste Insel Deutschlands entweder mit dem eigenen oder mit einem in den zahlreichen Fahrradvermietungen tages- oder wochenweise gemieteten Rad individuell und großteils abseits vom Autoverkehr erkunden.
In Richtung Norden geht es vom städtischen Westerland über Wenningstedt vorbei am Großsteingrab Denghoog über das berühmte Rote Kliff und die mit gut 52 Metern höchste Erhebung Sylts, die Uwe-Düne, nach Kampen. Wer möchte, macht dort einen Abstecher zum Strand oder kehrt in einem der vielen Restaurants und Cafés ein. Hinter Kampen beginnt eine ausgedehnte Dünen- und Heidelandschaft. Kurz vor List befinden sich die Wanderdünen, die jedes Jahr langsam, aber kontinuierlich ein Stück nach Osten driften. Am Lister Hafen kann man dem geschäftigen Treiben zusehen und beobachten, wie Fischerboote von ihrem Fang zurückkehren und mehrmals täglich die Fähre aus Dänemark Besucher an Land bringt.
Unberührte Natur
Wer mehr unberührte Natur erleben möchte, fährt noch weiter in Richtung Norden zum Lister Ellenbogen.
Im Süden der Insel haben Naturliebhaber am Rantumer Becken, das mit dem Fahrrad umrundet werden kann, ausgiebig Gelegenheit zur Vogelbeobachtung. Die Strecke weiter nach Hörnum an der Südspitze führt entlang der Trasse der ehemaligen Inselbahn durch Dünen, auf denen sich Dünengras sanft im Wind wiegt und in deren Tälern sich vereinzelte Ferienhäuser verstecken. Ab Hörnum mit seinem rot-weißen Leuchtturm fahren Ausflugsschiffe zu Seehundsbänken und benachbarten Inseln.
Sylt mit dem Fahrrad
Auch der Osten Sylts mit seinen sattgrünen Wiesen, auf denen Schafe, Kühe und Pferde weiden, eignet sich bestens für Radtouren. Historisch Interessierte erfahren in Keitum, einem typischen Friesendorf mit hübschen reetgedeckten Häusen, im Sylter Heimatmuseum und im Altfriesischen Haus einiges über die Geschichte der Insel. Kurz hinter Keitum liegen die steinzeitlichen Hünengräber Tipkenhoog und Harhoog. Der Weg von Keitum zum alten Hafen in Munkmarsch führt am Wattenmeer entlang, in dessen Prielen sich bei Ebbe Möwen mit Austernfischern, Säbelschnäblern und anderen Vögeln um Futter streiten. Um zu dem unter Naturschutz stehenden, bis zu zehn Millionen Jahre alten Morsum-Kliff zu gelangen, muss man das Fahrrad auf dem Parkplatz abstellen und ein Stück zu Fuß gehen. Doch wer den ausgeschilderten Wegen bis zur Kliffkante folgt, wird mit einer wunderbaren Aussicht über das Wattenmeer und die Insel belohnt.
Fahrradtouren je nach belieben
Je nach persönlichen Vorlieben und Kondition sind ausgiebige, aber auch kurze Touren möglich. Routenvorschläge und Radwanderkarten findet man beispielsweise beim Tourismus-Service in Westerland oder im Internet. Proviant kann man, muss man aber nicht mitnehmen auf seinen Touren. Immer wieder finden sich kleine Cafés, gemütliche Teestuben und Imbissbuden, in denen fangfrischer Fisch angeboten wird, an der Strecke. Und wer lieber nicht gegen den manchmal doch recht starken Wind zurückfahren möchte, lässt sich mit einem der vielen Busse, die an ihrer Rückseite mit speziellen Vorrichtungen für die Fahrradmitnahme ausgestattet sind, wieder zu seinem Ausgangspunkt bringen.


